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Special zum Thema Gesundheitssport: Den Megatrend nicht verpassen

„Gesundheitssport ist eine große Chance, die Zukunftsfähigkeit unserer Sportvereine zu sichern!“ Diese These vertritt Professor Dr. Klaus Bös. Der renommierte Sportwissenschaftler vom Institut für Sport und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie spricht von einem „Megatrend Gesundheitssport“ und ist überzeugt: „Vereine, die nur ein oder zwei klassische Sportarten anbieten, werden sich über kurz oder lang ins Abseits manövrieren.“ Beim 4. Special Gesundheitssport des Sportbundes Rheinland untermauerte der Referent dies mit zahlreichen Studien.
Prof. Bös erklärt im Interview mit Sportbund Rheinland-TV wie gesund Sport ist. Foto: SBR
Nach Aussagen von Bös zählen derzeit Fitnesstraining, Fahrradfahren, Walking, Wandern und Joggen zu den beliebtesten sportlichen Aktivitäten. Und angesichts der demographischen Entwicklung werde dieser Trend zunehmen. So steigt bis 2050 der Anteil der über 60-Jährigen in der Bevölkerung von derzeit 24 Prozent auf 37 Prozent. Im gleichen Zeitraum sinkt der Anteil der unter Zwanzigjährigen von 21 Prozent auf 16 Prozent. „Wir brauchen mehr überzeugende Angebote für den Sport mit Älteren“, folgert Bös und empfiehlt vor allem auf deren Qualität zu achten und nicht „auf jeden Zug aufzuspringen.“ Kernziel des Gesundheitssportes sei schließlich die Stärkung von physischen und psychischen Gesundheitsressourcen. „Risikofaktoren werden minimiert, das allgemeine gesundheitliche Wohlbefinden stabilisiert sich“, brachte es Bös auf den Punkt und präsentierte den rund 120 Zuhörern Studien über den Zusammenhang von Sport und Herzinfarktrisiko sowie Adipositas und Rückenkrankheiten. Diese Erkenntnisse allerdings spiegeln sich nicht im Aktivitätsverhalten der breiten Masse der Bevölkerung wieder. Vielmehr noch: Zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlichem Sportverhalten besteht eine breite KIuft. Dazu Boes: „Zweidrittel der Erwachsenen bezeichnen sich als sportlich aktiv aber nur ein Fünftel erreicht das empfohlene Aktivitätsniveau von mindestens zwei Stunden in der Woche.“ Empirisch belegt sei, dass bereits dieser geringe Umfang zur besseren Lebensbewältigung beitrage - besonders in der Altersgruppe über 40. Den Vereinen rät Bös, all diese Erkenntnisse bei der Einführung von Gesundheitssport-Angeboten an den Mann und die Frau zu bringen. Aber was müssen Vereine beachten, wenn sie sich erfolgreich mit Gesundheitssport am Markt behaupten wollen? Auch darauf gab die SBR-Veranstaltung viele Anregungen. „Friss-oder-stirb-Angebote führen nicht langfristig zum Erfolg“, sagte Ines Cukjati (Referentin für Sport- und Vereinsentwicklung der SBR Management-Akademie) in dem Workshop „Zielgerichtete Angebotsentwicklung im Gesundheitssport“. Vor der Schaffung von entsprechenden Angeboten empfiehlt die Referentin den Vereinen, vor allem ihre Mitgliederstruktur und die Finanzen zu analysieren. Auch das Umfeld sollte hin auf Wettbewerber, Alters- und Infrastruktur sowie auf Kaufkraft untersucht werden. Die Mitbewerber auf dem Markt - insbesondere andere Vereine - sollten nicht nur als Konkurrenten, sondern auch als mögliche Kooperationspartner unter die Lupe genommen werden. Cukjati sieht gesundheitsorientierte Sportangebote besonders in Form von Kursen als große Chance für die Vereine. „Durch attraktive Angebote werden neue Mitglieder gewonnen, bisher passive Mitglieder werden zu aktiven und neue Finanzquellen werden erschlossen“, sagte Cukjati. Ein so betriebener Gesundheitssport sei schließlich eine attraktive Form der Imagepflege und sichere die Zukunftsfähigkeit des Vereins. Die Präsentationen zu den Workshop als Download gibt es hier:
Rund um Präventions- und Rehasportangebote (Teil 1 und Teil 2)
Gesund mit der richtigen Ernährung
Zielgerichtete Angebotsentwicklung im Gesundheitssport
Neue Trainingsansätze bei Rückenschmerzen
Fragebogen Marktanalyse
Fragebogen Vereinsanalyse
World Café Eine Bildergalerie zur Veranstaltung finden Sie hier.
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