Offener Brief: „Der erneute Lockdown im Sport ist das falsche Signal“

Foto: M. Heinze

Die Landessportbund Rheinland-Pfalz und die regionalen Sportbünde kritisieren in scharfer Form das Verhalten der Landesregierung gegenüber dem organisierten Sport im Vorfeld der Veröffentlichung der 18. Corona-Bekämpfungsverordnung. „Dass der organisierte Sport erneut (die 17. CoBeLVO nehmen wir ausdrücklich von dieser Kritik aus) nicht oder nicht rechtzeitig informiert war, nehmen wir mit Verwunderung zur Kenntnis. Wir bitten die Landesregierung ausdrücklich und fordern sie auf, uns zukünftig in die Gestaltung der auf den Sport bezogenen Paragraphen mit einzubeziehen und uns frühzeitig über ein Erscheinen neuer Verordnungen in Kenntnis zu setzen. Nur so können wir unserer Aufgabe als Interessenvertreter von 6.000 Sportvereinen und fast 1,4 Millionen Mitgliedern gerecht werden und unserer Aufgabe der Beratung von Vereinen und Verbänden nachkommen“, heißt es in einem Offenen Brief, der von den Mitgliedern des LSB-Präsidiums unterzeichnet ist.

„Der erneute Lockdown im Sport ist das falsche Signal“, so ist der Offene Brief überschrieben. Mit den in der neuen Verordnung getroffenen Regelungen zum Sporttreiben sei man „nicht einverstanden“. Das Präsidium beharrt in seiner Stellungnahme auf die mehrfach geäußerte Minimalforderung, „dass im Vereinssport fünf Personen plus Trainer aus verschiedenen Haushalten im Freien und unter strikter Einhaltung der Abstandsregel Sport treiben können. Diese Möglichkeit - flankiert von mittlerweile erprobten und bewährten Hygienekonzepten auch mit Hinweisen zum Verhalten vor und nach der Trainingseinheit - birgt auch nach Ansicht von Experten keine systematischen Infektionsrisiken.“ Daher fordert das LSB-Präsidium „schnellstmöglich“ eine konsolidierte Fassung der 18. CoBeLVO.

Das Fazit des LSB-Präsidiums ist ernüchternd: „Leider fällt der Sport sowohl bei den jüngsten Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz als auch in der aktuellen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes trotz seines Stellenwertes für die Gesundheit, für die Psyche, die Entwicklung unserer Kinder und für ein mehr an Lebensfreude hinten runter. Offensichtlich haben die teils dramatischen Statistiken sinkender Mitgliederzahlen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, gepaart mit zahlreichen wissenschaftlichen Expertisen über die negativen Auswirkungen der angeordneten Bewegungsarmut auf Körper und Geist bei den politischen Entscheidungsträger*innen letztlich doch weniger Gehör gefunden als zunächst seitens des Landessportbundes Rheinland-Pfalz erhofft.“

Den Offenen Brief in voller Länge gibt´s HIER