Rollator-Sportabzeichen: Sicher auf vier Rädern unterwegs

In Vereinen des Sportbundes Rheinland können Menschen mit eingeschränkter Bewegung künftig auch das Rollator-Sportabzeichen ablegen. Eine erste Fortbildung dazu haben jüngst 17 Übungsleiter absolviert. „Wir haben damit auf ein verstärktes Interesse der Vereine nach Kursen in diesem Bereich des Seniorensportes reagiert“, sagt Lehrgangsleiter Benno Müller.

Bei der inhaltlichen Ausgestaltung des Lehrgangs habe man sich neben dem praktischen Umgang mit dem Rollator an Kriterien orientiert, die auch für das Deutsche Sportabzeichen gelten. Denn Kraft, Geschicklichkeit, Ausdauer und Koordination müssen vor allem auch Menschen mitbringen, die in ihrer Fortbewegung auf einen Rollator angewiesen sind oder dies zu erwarten haben.

So mussten sich auch die Übungsleiter zunächst mit dem „Sportgerät“ Rollator vertraut machen. Welche Rollator-Typen gibt es? Wie funktionieren die Bremsen? Wie das Hinsetzen, das Aufstehen, das Gehen und das Drehen mit Rollator? Wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse, die die beiden Kursleiterinnen Jutta Richter und Jutta Remy-Bartsch professionell vermittelten.

Anschließend galt es, gemeinsam Übungen mit und ohne Rollator zu entwickeln, damit der Umgang mit dem Fortbewegungsgerät zunehmend Fortschritte macht und Erfolgserlebnisse für die Übenden schafft. Am Ende des Kurses stand eine Einzelprüfkarte für jeden, der zum Training und zur Abnahme des Rollator-Sportabzeichens antritt.

„Wir haben mit diesem Lehrgang Neuland betreten. Die Rückmeldung der Teilnehmer zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Wege sind. Wichtig für uns war, dass die Kursteilnehmer sehr viel Sensibilität für die Lebenssituation der Betroffenen entwickeln“, sagt Benno Müller. So waren neben den Übungsleitern aus Vereinen auch Mitarbeiter aus Alteneinrichtungen sowie der Initiative „Bewegung in die Dörfer“ des Kreises Mayen-Koblenz vertreten, die auch vom Sportbund Rheinland unterstützt wird.

Für die Präsidentin des Sportbundes Rheinland, Monika Sauer, stellt angesichts des demographischen Wandels die Ausdifferenzierung eines Sportangebotes für Senioren eine zentrale Zukunftsaufgabe für den organisierten Sport dar. „Vereine, die dies erkennen und entsprechend handeln sind für die Zukunft gerüstet“, ist sich Sauer sicher.

Eine weitere Fortbildung zum Rollator-Sportabzeichen ist im nächsten Jahr geplant.benno.mueller(at)sportbund-rheinland.de