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Eine Spezialistin mit großen Ambitionen

Für den Sportbund Rheinland ist es eine angenehme Pflicht und eine Premiere zugleich, für Viktoria Müller ein Projekt mit offenem Ausgang. Erstmals hat der SBR auf seiner Geschäftsstelle eine junge talentierte Sportlerin im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes im Spitzensport beschäftigt. Nach dem Job im Büro heißt es für die Viktoria die Trainingstasche packen und ab zum Training auf die Tartanbahn ins Neuwieder Rhein-Wied Stadion.
Fotos: W. Birkenstock
Viktoria Müller, 20 Jahre, wohnhaft in Mülheim-Kärlich, gehört aktuell dem DLV B-Kader an. Ihre Spezialdisziplin: 100 Meter Hürden. Und hier peilt sie große Ziele an. „Ich will mich für die U23-Europmeisterschaft qualifizieren und bei der Deutschen Meisterschaften im kommenden Jahr zumindest auf dem Treppchen stehen. Aber wenn möglich, ganz oben.“ Eine klare Ansage, die sehr viel Trainingsfleiß, Disziplin und ein homogenes Umfeld erfordert. „Ich fühle mich beim Sportbund Rheinland sehr wohl“, sagt Viktoria, die auch beruflich nach neuen Perspektiven Ausschau hält. Sie arbeitet derzeit in der SBR-Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, hilft bei der Organisation von Veranstaltungen, betreut die SBR-Facebook-Seite und will sich bald auch an das Schreiben von Artikeln wagen, denn: „Der Umgang mit Sprache hat mir schon in der Schule sehr viel Spaß gemacht“, sagt die Abiturientin des Max-von-Laue-Gymnasiums in Koblenz. Das, was Viktoria Müller derzeit betreibt, nennt man gemeinhin eine duale Karriere. Die spannende Frage: Wie schaffe ich es, sportliche Höchstleistungen zu vollbringen und gleichzeitig das „Danach“ nicht aus den Augen zu verlieren, sondern immer im Fokus zu behalten und aktiv die berufliche Zukunft zu betreiben? Derzeitig läuft alles rund bei der Deutschen Meisterin (U20) über 60 Meter Hürden. Ihren offiziellen Wechsel vom SSC Koblenz-Karthause zur LG Rhein-Wied zum Beginn des kommenden Jahres bezeichnet sie als „folgerichtig“. Schon jetzt arbeitet sie mit dem Landestrainer Martin Schmitz von der LG Rhein-Wied zusammen und auch beim Olympiastützpunkt sieht sie sich sowohl bei Laufbahnberater Frank Grimm als auch den dortigen Ärzten in guten Händen. Außerdem schätzt Viktoria Müller das Privileg von B-Kader-Athleten, zweimal pro Woche Physiotherapie in Anspruch zu nehmen. „Für Leistungssportler in Spezialdisziplinen ein absolutes Muss“, sagt die junge Athletin, die derzeit einen wöchentlichen Trainingsumfang von rund 20 Stunden hat. Nicht nur die Kolleginnen und Kollegen auf der SBR-Geschäftsstelle, auch SBR-Präsidentin Monika Sauer verfolgen die Entwicklung der „BFDlerin“ Viktoria mit Interesse. „Für eine Dachorganisation des organisierten Sports sollte es selbstverständlich sein, jungen Leistungssportlern die besten Rahmenbedingungen zu bieten und damit auch in der Region zu halten“, sagt Monika Sauer. „Wir wünschen Viktoria, dass ihr Name auch ihr Programm ist!“ Stichwort: BFD im Spitzensport Im BFD besteht auch für Spitzensportler/innen die Möglichkeit, sich freiwillig im Verein oder Verband zu engagieren. Dieses Angebot soll Mitglieder von A-, B-, C- und D/C-Kadern und Stammspieler von Bundesligamannschaften ansprechen, die sich in einem Bundesfreiwilligendienst beruflich orientieren und qualifizieren möchten. Dabei können die Athleten ihr Trainingspensum auch teilweise während der Dienstzeit absolvieren. Der BFD im Leistungssport ist zudem eine sehr gute Möglichkeit zur beruflichen und persönlichen Orientierung, wobei sich die Athleten gleichzeitig auf eine duale Karriere im Sport, Ausbildung und Beruf vorbereiten können. Weitere Infos: Juliana Hinkel, Referentin für den Bundesfreiwilligendienst im Sport, Telefon (0 61 31) 28 14 - 3 12, E-Mail: Hinkel(at)Sportjugend.de.
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