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Hauptausschuss des Sportbundes Rheinland: Klare sportpolitische Positionen und positive Mitgliederentwicklung

Im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses des Sportbundes Rheinland (SBR) stand der Bericht von Präsidentin Monika Sauer mit sportpolitischem Fokus. Gemeinsam mit dem Landessportbund Rheinland-Pfalz hatte der SBR im Vorfeld der Landtagswahl sogenannte „Wahlarenen“ initiiert. Ziel war es, sportpolitische Forderungen gezielt in die Wahlprogramme der Parteien einzubringen – mit klaren Themen, größerer Tiefe und ohne die wenig zielführenden Standardantworten früherer Wahlprüfsteine.
Das SBR-Präsidium um Präsidentin Monika Sauer (2.v.r.) und SBR-Geschäftsführer Martin Weinitschke (rechts) berichten über die Arbeit in den Gremien und der Geschäftsstelle. Foto: Stefan Blaufelder-Bredenbeck/SBR

Der Prozess sei jedoch noch nicht abgeschlossen, so Monika Sauer: „Während der laufenden Koalitionsverhandlungen wurden die zentralen Anliegen des organisierten Sports durch eine Plakataktion am LSB-Gebäude sichtbar gemacht.“ Dazu zählen unter anderem die Forderung nach einer eigenständigen Sportabteilung, nachhaltige Lösungen für Sportstätten – insbesondere im Bereich Schwimmen –, sowie ein Bürokratieabbau für Verbände, Kreise und Vereine.

„Begleitet wird das von einem offenen Brief, der sowohl digital per QR-Code als auch über die Homepages der Sportbünde unterzeichnet werden kann“, so Sauer weiter. Ziel sei eine stärkere Verankerung sportpolitischer Anliegen im Koalitionsvertrag und in der Regierungserklärung – und langfristig konkrete Maßnahmen statt bloßer Absichtserklärungen. Der Politikwechsel wird dabei als große Chance für den organisierten Sport verstanden. Mit rund 6.000 Vereinen und knapp 1,5 Millionen Mitgliedern – etwa ein Drittel der Bevölkerung in Rheinland-Pfalz – sollte seine gesellschaftliche Bedeutung noch stärker wahrgenommen werden.

Erfreuliche Nachrichten gab es zudem aus der aktuellen Bestandserhebung: Der organisierte Sport im Rheinland verzeichnet einen Mitgliederzuwachs von knapp 0,7 Prozent, was rund 4.000 zusätzlichen Mitgliedern entspricht. Besonders wachsen erneut die Altersgruppen bis 6 Jahre, 7 bis 14 Jahre sowie die über 60-Jährigen. Überraschend positiv entwickelt sich auch die Altersgruppe der 27- bis 40-Jährigen.

SBR-Geschäftsführer Martin Weinitschke stellte zudem den Sportstätten-Atlas in den Fokus. Um Verbesserungen bei Sportstätten gezielt angehen zu können, müsse zunächst eine belastbare Datengrundlage zum Ist-Zustand vorhanden sein. Genau hier setze das von Prof. Dr. Lutz Thieme initiierte Projekt an. Trotz eines – selbstkritisch betrachtet – bislang wenig strategisch aufgestellten organisierten Sports in Rheinland-Pfalz, sei es gelungen, das Projekt auf den Weg zu bringen. Finanziert wird der Sportstätten-Atlas durch eine Stiftung.

Transparenz, Kontinuität und Verlässlichkeit standen im Mittelpunt der Vorstellung des Haushaltsnachweises 2025 und des Haushaltsplans 2026. „Ich will betonen, dass wir Haushaltspläne im Gegensatz zur früheren Zeit für die ungeraden Jahre nicht mehr im laufenden Jahr beschließen, sondern in der Mitgliederversammlung des Vorjahres. Das bringt Planungssicherheit für uns und für alle, die ihr Geld von uns bekommen“, betont Weinitschke einleitend, bevor er den Mitgliedern detaillierte Informationen zu Nachträgen, Rücklangen und Rückstellungen sowie den weiteren Planungen für 2026 erläuterte.

Barbara Berg, die Abteilungsleiterin der SBR-Management-Akademie, informierte die Hauptausschussmitglieder über die Neuerungen im Sportversicherungsvertrag mit der ARAG. Der bestehende Vertrag wurde um weitere zehn Jahre verlängert und sichert den Mitgliedsvereinen eine Beitragsneutralität bei gleichzeitig verbesserten Leistungen zu – ein wichtiges Signal für Planungssicherheit und Mehrwert im organisierten Sport.

Der Hauptausschuss des Sportbundes Rheinland setzt sich aus dem SBR-Präsidium, den Sportkreisvorsitzenden und den Vorsitzenden oder Präsidenten der Fachverbände zusammen. Er dient der Koordinierung der Arbeit zwischen Kreisen und den Verbänden, sowie der inhaltlichen Vorbereitung und Abstimmung im Vorfeld der anstehenden Mitgliederversammlung am 13. Juni 2026 in der Kulturhalle Ochtendung.

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