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Haltung und Klartext - aber immer im Miteinander

Mehr als 100 Ehrengäste und Vertreter*innen aus den Vereinen waren zum letzten Sportkreistag Bernkastel-Wittlich unter der Leitung von Günter Wagner gekommen – nicht zuletzt, um ihren langjährigen Sportkreisvorsitzenden zu verabschieden.
Generationenwechsel im Sportkreis Bernkastel-Wittlich: Daniel Mentges (links) folgt Günter Wagner als Sportkreisvorsitzender nach. SBR-Präsidentin Monika Sauer und Geschäftsführer Martin Weinitschke (rechts) überreichen Wagner die Ehrenurkunde. Foto: Stefan Blaufelder-Bredenbeck/SBR

„Fairness, Toleranz und Respekt“ – das waren dann auch die drei Forderungen, die der 71-jährige, aus dem Amt scheidende Wagner als Grundlage für ein funktionierendes Zusammenleben zum Abschluss seines Berichtes ausrief. Auf dieser Grundlage müssen Sportvereine stehen, so sehe er die Möglichkeit, der negativen Grundstimmung, die sich in den letzten Jahren breitgemacht hat, entgegenzuwirken. „Denn wenn ich mir die Weltlage anschaue, haben wir hier ein Luxusproblem“, konstatiert Wagner und will die Vereinsverantwortlichen dazu ermutigen, ihren Teil zu einer funktionierenden Gesellschaft auch weiterhin beizutragen.

„Ich weiß nicht, ob es Ihnen schon mal aufgefallen ist – aber Günter Wagner liebt Menschen“, so der Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich Andreas Hackethal, der Wagner zuschreibt, die Welt im Kreis ein Stück besser und wertvoller gemacht zu haben. Sein Amtsvorgänger und jetziger Präsident des Fußballverbandes Rheinland, Gregor Eibes, bezeichnet Wagner mit Blick auf dessen fußballerisches Talent in jungen Jahren gern als „Monzelfelder Maradona“ und bescheinigt ihm einer zu sein, der nicht nur redet, sondern stets auch immer das Tun folgen lässt.

Kaum verwunderlich, dass bei den vielen emotionalen Momenten des Sportkreistags der parlamentarische Teil nahezu in den Hintergrund rücken musste. Dennoch nutzte Monika Sauer, die Präsidentin des Sportbundes Rheinland die Gelegenheit, den vielen Verantwortlichen aus den Vereinen von den sportpolitischen Aktivitäten im Vorfeld und nun auch im Nachgang der Landtagswahl zu berichten. Vor allem der Hinweis auf die aktuelle Situation der Sportstätten im Land, die Probleme der Vereine bei der Gewinnung ehrenamtlich Engagierter und die stetig wachsenden bürokratischen Hürden liegen Sauer am Herzen.  Der Sportbund leiste seinen Teil die Vereine dort zu unterstützen, wo es möglich ist – zur Lösung der Gesamtlage könne aber nur die Politik beitragen, von der man sich nun mehr Engagement für den Sport erhoffe.

Und schlussendlich musste Günter Wagner nach 12 Jahren als Sportkreisvorsitzender, aber auch als lebenslang ehrenamtlich für den Sport arbeitender Mann, aus dem Amt verabschiedet werden, denn er wolle den Weg für eine jüngere Generation frei machen. So kam der Vorschlag für seine Nachfolge auch von ihm selbst: Daniel Mentges, bisher zuständig fürs Deutsche Sportabzeichen im Vorstand des Sportkreises und zudem Vorstand Geschäftsführung des TuS 1912 Reil e.V. Er wurde, sehr zur Freude seines Vorgängers, einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Als Stellvertreter wird ihm künftig Günter Keller, der Vorsitzende des Fußballkreises Mosel, zur Seite stehen.

Und zum Abschluss des vor allem launigen und kurzweiligen Sportkreistages wurde Günter Wagner noch eine besondere Ehre zuteil: Auf Vorschlag des neuen Vorstandes des Sportkreises wurde Wagner zum Ehrenvorsitzenden der Sportkreises gewählt. Eine Auszeichnung, die nur wenige erhalten.

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