Eine Lanze für den organisierten Sport gebrochen
Erstellt von Wolfgang Höfer
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Die Präsidentin des Sportbundes Rheinland, Monika Sauer, sieht die Autonomie des organisierten Sportes gefährdet. Dies machte sie in einem Interview mit der Rhein-Zeitung (Samstag, 16. September) deutlich. Der Artikel stand unter der Überschrift „Sportbund-Chefin: Wir sind keine Landesbehörde“.

Der Landessportbund Rheinland-Pfalz und mit ihm das Innenministerium steht immer noch unter dem Eindruck eines Berichtes des Landesrechnungshofes, der in einem Entwurfsstadium an die Öffentlichkeit gelangt war. In dem RZ-Interview gibt Sauer zu erkennen, dass einige Kritikpunkt durchaus gerechtfertigt seien. Dies habe man mittlerweile aufgearbeitet. Mit den Konsequenzen, die die Landesregierung bisher aus dem Bericht gezogen habe, sei man zu großen Teilen allerdings nicht einverstanden.
Die SBR-Präsidentin kritisiert unter anderem die künftige Finanzausstattung des Sportes. Anstelle eines Festbetrages, der dem Sport bisher vom Land zusteht, solle nun eine Fehlbedarfsfinanzierung greifen. Konkret bedeutet dies, dass zunächst die eigenen Mittel für ein bestimmtes Vorhaben komplett verwendet werden müssen. Den nachgewiesenen Fehlbetrag bekomme man anschließend vom Land erstattet. Nach Ansicht von Sauer hat dies tiefgreifende Auswirkungen bis auf die Ebene der Verbände und Vereine: „Wer richtet dann noch Meisterschaften aus, wenn er nicht die Chance sieht, für seinen Verein einen Überschuss zu erwirtschaften?“
Auch für das Personal der SBR-Geschäftsstelle bricht Monika Sauer eine Lanze. Der Rahmenstellenplan des Landes sei veraltet und zu starr. Sie fordert hier Veränderungen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. „Ansonsten werden wir im Sport nicht überleben können.“ Das Fazit von Sauer: Man sei schließlich „keine Landesbehörde“, sondern ein „freier Wirtschaftsbetrieb“.
Ebenso wie vor dem SBR-Hauptausschuss setzt sich Sauer in dem Interview kritisch mit der derzeitigen Verfassung des organisierten Sportes im Land auseinander. Mit dem erfolgten Austausch der LSB-Geschäftsführung sei es nicht getan. Hoffnungen setzt die SBR-Präsidentin in die LSB-Arbeitsgruppe 2020. Deren Aufgabe sei es, neue Richtlinien und Ziele zu erarbeiten. „Es geht um Aufgabenteilung, um die künftige Besetzung des Präsidiums, auch um mehr Hauptamtlichkeit in den Führungsgremien.“
Die Organisationsstruktur des rheinland-pfälzischen Sportes steht nach Ansicht von Monika Sauer nicht zur Disposition. Dieses System (drei regionale Sportbünde unter dem Dach des Landessportbundes, Anm. d. Red.) werde nicht infrage gestellt. Dazu Sauer: „Ein Landessportbund, der auch gegenüber der Politik stark ist, den finden auch die regionalen Sportbünde gut.“
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