Eine Akut-Maßnahme mit nachhaltiger Wirkung

„Auch ich habe ein paar Kurse für mich ausprobiert und es ist wirklich toll, was Ihr da auf die Beine gestellt habt. Danke dafür!“ Das ist nur eine der vielen Mails von Vereins-Vertretern, die den Sportbund Rheinland in den vergangen Monaten in Sachen „SPORTvereint@home“ erreicht haben. Das Projekt mit dem Ziel, allen SBR-Vereinen während des Lockdowns von Februar bis Juli Online-Sportangebote für ihre Mitglieder an die Hand zu geben, ist mittlerweile beendet. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.
Foto: LSB RLP/iStock/master1305

Ins Leben gerufen wurde SPORTvereint@home im Februar dieses Jahres mit Unterstützung von Lotto Rheinland-Pfalz als eine Akut-Maßnahme des SBR. Die Corona-Infektionen schnellten in die Höhe, die Nation befand sich im Lockdown, an eine geregelte Aufnahme des Sportbetriebes war nicht zu denken. Meldungen, wonach Sportvereine bereits über Mitglieder-Austritte klagten, machten die Runde. Andere Vereine wiederum machten aus der Not eine Tugend und hielten mit Online-Sportkursen ihre Mitglieder bei der Stange. Wie schaffen wir es, diese Angebote allen Sportvereinen und deren Mitgliedern zur Verfügung zu stellen?, fragte man sich in einer SBR-Arbeitsgruppe. Und die Antwort lautete: „SPORTvereint@home“!

Nach einem entsprechenden Aufruf von SBR-Präsidentin Monika Sauer erklärten zwölf SBR-Vereine sich spontan bereit, bei SPORTvereint@home mitzumachen. Sie schalteten ihre Online-Sportkurse für andere Sportvereinsmitglieder frei und so entstand binnen kurzer Zeit ein Sportplan mit rund 60 Online-Sportkursen pro Woche. Angefangen von allgemeinem Fitnesstraining (wie zum Beispiel Yoga, Bauch-Beine-Po, Rückenfit) bis hin zu sportartspezifischen Angeboten (wie zum Beispiel Schach und Judo).“ Und dies täglich, von morgens bis in den späten Abend.

„Wir waren von Beginn an begeistert von dem Projekt. Einerseits hat uns die Unterstützungsbereitschaft der Partnervereine sehr gefreut, die direkt nach dem Projektstart proaktiv auf uns zugekommen sind und durch die sich der Sportplan von Woche zu Woche weiter gefüllt hat. Andererseits hat uns das viele Lob von Vereinen und Sportlern gezeigt, dass es genau die richtige Maßnahme für den Lockdown war“, sagt SBR-Abteilungsleiter Bildung, Sportpraxis Breitensport, Matthias Poeppel, zugleich Projektleiter von SPORTvereint@home.

Zusätzlich weist Poeppel noch auf einen weiteren Effekt von SPORTvereint@home hin: „Neben der Akutmaßnahme wollten wir auch ein Bildungsangebot machen, dass Vereine in die Lage versetzt, selbst Online-Sportangebote anzubieten. Uns war es wichtig, dass das Projekt somit auch einen nachhaltigen Effekt erzielt“, sagt Poeppel. So habe man in zwei Schulungen mit insgesamt 150 Teilnehmern die strukturellen, technischen und methodischen Grundlagen von Online-Sport vermittelt. „Diese Vereine sind nun so aufgestellt, dass sie mit ihrem digitalen Wissen auf solche Krisensituationen besser reagieren können“, ist sich Poeppel sicher.

Trotz all dieser positiven Bewertungen ist man auch beim SBR erleichtert darüber, dass SPORTvereint@home am 18. Juli vorerst beendet werden konnte. „Einerseits ist es schade, dass das Projekt nun zu Ende ist. Andererseits können wir es ja nur deshalb einstellen, da Vereine nun aufgrund der niedrigen Inzidenz wieder verstärkt auch Präsenzsportangebote durchführen können. Von daher überwiegt die Freude für die Sportler und Vereine, die sich jetzt wieder ihrer Kernkompetenz widmen können: dem gemeinschaftlichen Sport vor Ort“, so das abschließende Resümee von Matthias Poeppel.

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