Auf zu neuen digitalen Ufern

Großvereine diskutieren über das Vereinsleben seit der Pandemie

Der jährliche Stammtisch für Großvereine ist beim Sportbund Rheinland seit vielen Jahren ein Termin, den sich die Vereinsvertreter*innen dick in ihren Kalender eintragen. Nach einer Pandemie bedingten Präsenzpause, konnte er in diesem Jahr am 16. September endlich wieder in Koblenz stattfinden. Ganz bewusst wurde daher auf den sonst üblichen Fachvortrag verzichtet, sondern die komplette Zeit für den gemeinsamen Austausch genutzt.

Thematisch im Fokus stand das Thema Pandemie und die Erfahrungen, die die Vereine damit in ihrem Vereinsalltag gemacht haben. Ob hinsichtlich Angebote, Mitgliederentwicklung, Mitarbeiter, interner Kommunikation oder Digitalisierung – an den verschiedenen Tischen wurde sich angeregt ausgetauscht und diskutiert.

Erfreulich war dabei die Erkenntnis, dass die anwesenden Großvereine die Herausforderungen der vergangenen Jahre durchweg gut gemeistert haben und sogar viele positive Entwicklungen zu verzeichnen haben. Während der coronabedingten Schließung der Sportanlagen entwickelten die Vereine viele Lösungen, die auch noch heute aufgrund des Erfolges fortgeführt werden. Bewegungsralleys im Wald, bei denen man Videos über QR Codes abrufen kann, diverse Online-Kurse, Walking Football und Eltern-Kind-Turnen auf Spielplätzen sind nur einige der kreativen Idee, mit denen die SBR Vereine ihre Mitglieder bei Laune hielten.

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die Mitglieder ihren Vereinen die Treue hielten. Es gab keine signifikanten Mitgliederrückgänge, die über die üblichen Fluktuationsverluste hinausliefen. Lediglich im Kursbereich mussten vereinzelt ausgefallene Kurse erstattet werden. Aktuell sei die Nachfrage insbesondere im Kinder- und Jugendbereich so hoch wie noch nie. Viele Abteilungen müssen sogar mit Wartelisten arbeiten, um dem Ansturm gerecht zu werden.

Auch in puncto Digitalisierung haben die Vereine in der Pandemie einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ob Online-Sitzungen oder Vereins-App, Social-Media Aktivitäten oder digitale Verwaltung – dieser Digitalisierungsschub soll auch mit Blick in die Zukunft sinnvoll weitergeführt werden. Doch eines wurde in der Diskussion der Vereinsvertreter*innen besonders deutlich: Insbesondere die Digitalisierung hat und wird eine enorme Auswirkung auf die Strukturen und das Personal im Verein. Rahmenbedingungen müssen so geschaffen werden, dass auch junge Menschen, die in der digitalen Welt „zu Hause“ sind und diesen Prozess im Verein weiter vorantreiben können, bereit sind, sich zu engagieren. Denn eine Heimat zu sein für qualifizierte und motivierte junge Mitarbeiter*innen im Ehrenamt und Hauptamt– das wird mit Sicherheit die größte Baustelle der Großvereine in den kommenden Jahren sein.

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