31 Jahre mit dem Ohr ganz nah an den Vereinen

Über drei Jahrzehnte lang prägte und leitete Fritz Langenhorst die Geschicke des Sportkreises Ahrweiler. Beim jüngsten Sportkreistag in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit turnusgemäßer Neuwahl trat er nicht mehr zur Wiederwahl an. Mehr als 50 Vereinsvertreter*innen und Ehrengäste waren gekommen – nicht zuletzt, um einen Mann gebührend zu verabschieden, „dessen Gesicht jeder kennt, der mit Sport im Landkreis zu tun hat“, wie der Landtagsabgeordnete und 1. Kreisbeigeordnete Horst Gies in seinem Grußwort betonte. So war es folgerichtig, dass der 81-Jährige auf Antrag des Sportbundes Rheinland (SBR) zum Ehren-Sportkreisvorsitzenden ernannt wurde.
SBR-Präsidentin Monika Sauer brachte es auf den Punkt: „Fritz hatte das Ohr immer an den Vereinen vor Ort – er ist und war immer für den Sport da, ob als Sportkreisvorsitzender oder als Vizepräsident im SBR-Präsidium.“ Wie nicht anders zu erwarten, hatte Langenhorst auch seine Nachfolge frühzeitig geregelt: Auf seinen Vorschlag hin wurde sein bisheriger Stellvertreter Ralph Schulze mit 100 % der Stimmen zum neuen Vorsitzenden des Sportkreises Ahrweiler gewählt.
Das prägendste Ereignis der langen Amtszeit Langenhorsts liegt in der jüngeren Vergangenheit: die Ahrflut im Sommer 2021. In seinem Bericht blickte er detailliert auf diese Zeit zurück – auf die Schadensaufnahmen, die bereits am Tag nach der Flut begannen. Gemeinsam mit der Europäischen Akademie des Rheinland-Pfälzischen Sports, mit Stefan Henn vom Institut für Sportstättenentwicklung sowie mit Unterstützung von Susanne Hoß, der stellvertretenden Geschäftsführerin des SBR, entstand in den Wochen nach der Katastrophe eine 400 Seiten umfassende Dokumentation der Schäden an Sportstätten im Ahrtal. Sie sollte als Basis für den zielgerichteten Wiederaufbau dienen – einen Wiederaufbau, der bis heute nicht flächendeckend abgeschlossen ist.
Gerade mit Blick auf die stetig wachsende bildungs-, gesundheits- und sozialpolitische Bedeutung des Sports betont Langenhorst die Unverzichtbarkeit einer vertrauensvollen Partnerschaft zwischen Sport und Politik. Denn nicht nur die zerstörten Sportstätten müssten bedarfsgerecht wiederaufgebaut werden – auch viele Anlagen außerhalb des Flutgebietes seien in die Jahre gekommen und dringend sanierungsbedürftig.
Das Zusammenspiel von Politik und Sport war auch einer der Schwerpunkte im Bericht der SBR-Präsidentin Monika Sauer: „Mit unseren Wahlarenen im Vorfeld der Landtagswahl konnten wir den Sport mit seinen Themen sichtbar machen und mit unseren Forderungen in die Köpfe der verantwortlichen Politiker bringen. Jetzt gilt es, uns dafür einzusetzen, dass die Punkte, die wir in den Wahlprogrammen der Parteien platzieren konnten, auch eine Rolle in der künftigen Regierungsarbeit spielen.“
Konkret nennt Sauer die Forderung nach einer eigenen Abteilung für Sport in einem Ministerium, einer besseren Ausstattung für Übungsleiter*innen und Vorstände, dem Abbau bürokratischer Hürden für Vereine und nicht zuletzt der Notwendigkeit, dem Mangel an guten Sportstätten entgegenzuwirken. Letzteres benötige eine valide Bestandsaufnahme – wie sie jüngst durch den Sportstätten-Atlas der Hochschule Remagen gemeinsam mit den Sportbünden in Rheinland-Pfalz angestoßen wurde.
Der neu gewählte Sportkreisvorsitzende Ralph Schulze und sein neuer Stellvertreter Björn Weck aus Adenau sind sich der großen Fußstapfen bewusst, in die sie treten. Schulze sieht einen Schwerpunkt seiner Arbeit künftig in der Stärkung der Jugendarbeit: Wer in die Jugend investiert, investiert in die Zukunft – auch in die Zukunft des Sports.
Termine
-
01.12.2025
- 31.03.2026
Lizenz-Bezuschussung beantragen -
13.04.2026
Sportkreistag Cochem-Zell -
17.04.2026
Basiswissen Vorstand -
06.05.2026
Sportkreistag Bernkastel-Wittlich





