Mit „Artgerechter Ernährung“ zum Erfolg

Sportwissenschaftliches Forum gab Tipps für Breiten- und Leistungssportler
Wie sollten sich Sportler idealerweise ernähren? Das Sportwissenschaftliche Forum des Sportbundes Rheinland gab dazu wertvolle Hinweise. Foto: LSB RLP / iStock / Rasulovs

Die Zahlen sind ernüchternd: Zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland sind übergewichtig und ein Viertel aller Erwachsenen ist sogar stark übergewichtig. Was diesen Personenkreis darüber hinaus vereint: Die Betroffenen tragen ein erhöhtes Risiko für eine koronare Herzkrankheit oder eine Diabetes. Mit diesen Fakten konfrontiere die Ernährungswissenschaftlerin Deniz Genca vom medicum hamburg die rund 80 Zuhörer zu Beginn des Sportwissenschaftlichen Forums des Sportbundes Rheinland. Die Grundlage für ihren einstündigen Online-Vortrag mit dem Thema „Richtig Essen – Die Basis von Gesundheit und Leistungsfähigkeit“ war gelegt und die Aufmerksamkeit war der Referentin gewiss. Genca verstand es vortrefflich, das ABC einer gesunden Ernährung für Breiten- und Leistungssportler zu erläutern.

Dabei entpuppte sich im Laufe des Abends ihr Vortrag als ein Plädoyer für eine „Artgerechte Ernährung“, einer Ernährung, die den Bedürfnissen unseres Stoffwechsels je nach Belastung gerecht wird. In diesem Zusammenhang referierte Genca Fakten zum Energiehaushalt von alten gebrechlichen Menschen bis hin zum Leistungssportler, ehe sie sportartspezifische Energiebedarfe unter die Lupe nahm. „Die ideale Basisernährung für Sportler sollte abwechslungsreich sein, alle Lebensmittelgruppen abdecken und vor allem Grundnahrungsmittel bevorzugen, die wenig verarbeitet sind und somit deutlich mehr Nährstoffe und weniger ungünstige Begleitstoffe enthalten“, so die Referentin. Welche Lebensmittel die besten Energielieferanten für den Einzelnen im Training seien, hänge ab von Art, Dauer und Intensität der körperlichen Belastung.

In der Folge zeigte Genca den Energiebedarf bei ausdauerbetonten Sportarten auf, gab dazu aktuelle Kohlenhydratempfehlungen mit den dazugehörigen Lebensmitteln. Im Gegensatz dazu geht ein Muskelaufbautraining mit einer ausreichenden Eiweißaufnahme einher. Auch hier gab Genca Empfehlungen zur Proteinzufuhr, nicht nur in Bezug auf die Auswahl von Lebensmitteln, sondern auch je nach Konstitution, Tagesverlauf und Trainingsplan des Sportlers. Ein weiteres Augenmerk legte die Ernährungswissenschaftlerin auf die Notwendigkeit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr vor, während und nach dem Training und erläuterte anschließend mögliche Ernährungspläne in einer Wettkampfphase.

Schließlich reifte wohl auch bei vielen Zuhörern im Lauf des Vortrages die Erkenntnis, die Genca wie folgt zusammenfasste: „Die Sporternährung ist ein weit unterschätzter Bereich, sie unterstützt die Leistung im Training und Wettkampf und beschleunigt die Regeneration. Denn: Nur ein richtig versorgter Körper kann physisch und psychisch Höchstleistung bringen!“

In diesem Zusammenhang warnte die Referentin abschließend vor einer „unkritischen“ Aufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. „Sportler, die sich vollwertig ernähren, führen in der Regel alle Vitamine und Mineralstoffe in bedarfsdeckenden Mengen zu“, so die Botschaft von Genca. Eine Verwendung solcher Mittel sollte nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder nach einer Diagnostik des Ernährungsstatus erfolgen.

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