Welche Regelungen gelten für den Sportbetrieb ab dem 15.07.2020?

Gemäß der 10. Corona Bekämpfungsverordnung RLP vom 15.07.2020 ist das gemeinsame sportliche Training und der Wettkampf in festen Kleingruppen von insgesamt bis zu 30 Personen zulässig; dies gilt auch für den Kontakt- und Mannschaftssport. Beim Training in festen Kleingruppen von bis zu 30 Personen gilt die Pflicht zur Kontakterfassung. Grundsätzlich sollte der Kontakt in diesen festen Kleingruppen bis 30 Personen auf ein notwendiges, der Sportart entsprechendes Maß beschränkt bleiben. Bei Sportarten, die kontaktlos erfolgen können, sollte auch in diesen Kleingruppen der Mindestabstand von 1,5 m möglichst eingehalten werden. Auf Begrüßungsrituale und ähnliches soll verzichtet werden. Vor und nach dem Training bzw. Wettkampf ist auch in diesen Gruppen wieder der Mindestabstand einzuhalten. Hier sind die Sportvereine gefordert, verantwortungsvoll mit den Lockerungen umzugehen. Bei darüber hinausgehenden Gruppengrößen gelten die Schutzmaßnahmen, insbesondere das Abstandsgebot von mindestens 1,50 m. Sofern wegen der Art der sportlichen Betätigung, insbesondere in geschlossenen Räumen, mit einem verstärkten Aerosolausstoß zu rechnen ist, ist der Mindestabstand zwischen Personen auf 3 m zu verdoppeln. Zur Reduktion des Übertragungsrisikos ist zu beachten, dass das Abstandsgebot regelmäßig eingehalten wird. Bei der Nutzung von Schwimmbädern sowie bei der sportlichen Betätigung in geschlossenen Räumen ist die Personenbegrenzung auf 1 Person pro 10 qm bei mehr als 10 gleichzeitig anwesenden Personen zusätzlich zu beachten.  Dies gilt auch beim Kontaktsport in Kleingruppen bis max. 30 Personen, insofern  kann es aufgrund der Raumgröße dazu kommen, dass die Gruppe kleiner als 30 Personen sein muss. In Schwimmbädern und beim Sport im Innenbereich gilt die generelle Pflicht zur Kontakterfassung, auch bei Gruppen die größer als 30 Personen sind. Diese Regelungen gelten bis einschließlich 31. August 2020.

Sind Zuschauer insbesondere bei Wettkämpfen zulässig?

Zuschauer sind nur nach Maßgabe der Hygienekonzepte für Veranstaltungen im Innen- und Außenbereich zugelassen. Bei der maximal zulässigen Anzahl von Zuschauern sind im Außenbereich die am Wettkampfbetrieb beteiligten Personen (Sportlerinnen und Sportler, Trainer, Betreuer, Schiedsrichter, u.a.) nicht einzubeziehen, vorausgesetzt, dass der Mindestabstand zwischen Zuschauern und den am Wettkampfbetrieb beteiligten Personen dauerhaft gewahrt wird. Bei Sport in geschlossenen Räumen sind hinsichtlich der Personenbegrenzung (1 Person pro 10 qm) jedoch alle anwesenden Personen zu berücksichtigen.

Was ist unter einer festen Kleingruppe zu verstehen?

Eine feste Kleingruppe ist eine organisierte, nicht zufällige Zusammenkunft von Personen und erfordert eine Zugehörigkeit zu einem feststehenden Personenkreis, wie zum Beispiel einer Sportmannschaft oder einer festen Übungsgruppe (z.B. Gymnastik, Turnen).  Eine feste Kleingruppe kann daher nicht bei einer zufälligen Zusammensetzung des Personenkreises oder bei offenen Gruppen, beispielsweise bei Fitnesskursen oder bei der Nutzung des Fitnessstudios, angenommen werden.

Zur festen Kleingruppe gehören alle am jeweiligen Training bzw. Wettkampf unmittelbar beteiligten Personen, das heißt in jedem Fall alle eingesetzten Sportlerinnen und Sportler. In Mannschaftssportarten sind die im Wettkampf eingesetzten Ersatzspielerinnen und –spieler ebenfalls zu berücksichtigen.  Alle weiteren Personen, wie beispielsweise Trainer, Betreuer, Mannschaftsverantwortliche oder Schieds- und Wettkamprichter sind nur dann zu berücksichtigen, soweit diese dauerhaft im direkten und engen Kontakt mit den Sportlerinnen und Sportlern stehen. Personen, die in der Regel den Mindestabstand zur festen Kleingruppe einhalten können oder geeignete Schutzmaßnahmen (z.B. Mund-Nasen-Schutz) treffen, sind nicht zu berücksichtigen.

Eine feste Kleingruppe ist zeitlich auf den Tag des jeweiligen Trainings bzw. des Wettkampfs beschränkt. Die tatsächliche Zusammensetzung der Kleingruppe kann sich somit am Folgetag unterscheiden, muss sich jedoch aus der Zugehörigkeit feststehenden Personenkreis ergeben. Die Befreiung von der Einhaltung des Abstandsgebots gilt nur für den Personenkreis der festen Kleingruppe bis zu 30 Personen und bezieht sich ausschließlich auf die Dauer des sportlichen Trainings bzw. des Wettkampfs. Vor und nach dem Training bzw. dem Wettkampf ist das Abstandsgebot einzuhalten.

Können mehrere feste Kleingruppen parallel trainieren?

Grundsätzlich ist dies möglich, sofern die festen Kleingruppen voneinander getrennt trainieren, zwischen den Gruppen ein ausreichend großer Abstand besteht und die Personen der einen Kleingruppe nicht in Kontakt mit den Personen der anderen Kleingruppe kommen. Ein Wechsel zwischen den Personen der Gruppen ist nicht gestattet. Das parallele Trainieren mehrerer Kleingruppen im Außenbereich, z.B. auf dem Sportplatz, ist unter der Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen möglich. Im Innenbereich sollte dies schon aufgrund der vorgegebenen Personenbegrenzung von 1 Person pro qm bei Gruppen ab 10 Personen ausgeschlossen sein.

Welche Hygienemaßnahmen müssen während des Sportbetriebes eingehalten werden?

 

Das Land Rheinland Pfalz hat für den Trainings- und Wettkampfbetrieb im Außen- und Innenbereich spezifische Hygienekonzepte erlassen, die zwingend einzuhalten sind. Für den Betrieb von Fitnessstudios und die Nutzung bzw. das Betreiben von Frei- und Hallenbädern sind gesonderte Hygienekonzepte zu beachten. Für die Durchführung von Wettkampfveranstaltungen sind neben den Hygienekonzepten für den Sportbetrieb auch die Hygienekonzepte für Veranstaltungen zu beachten. Eine Bewirtung im Rahmen des Trainings- und Wettkampfbetriebes darf nur unter Beachtung der Auflagen und des Hygienekonzeptes für die Gastronomie erfolgen. Die Hygienekonzepte des Landes gelten bis einschließlich 31.August 2020. Für den Wettkampfbetrieb sind unter Umständen auch spezifische Vorgaben des jeweiligen Fachverbandes zu beachten.

Wer ist verantwortlich für die Umsetzung der behördlichen Vorgaben?

Verantwortlich für die Organisation des Sport- und Wettkampfbetriebes und die damit verbundene Einhaltung der behördlichen Auflagen ist der Vorstand. Er hat alle organisatorischen Maßnahmen zu treffen, dass die aufgeführten Auflagen eingehalten werden.  Zu den organisatorischen Maßnahmen gehört auch eine entsprechende Unterweisung der Übungsleiter, Schieds- und Wettkampfrichter die den Trainings- bzw. Wettkampfbetrieb durchführen. Vorstände aus Vereinen mit vereinseigenen Sportstätten müssen durch organisatorische Maßnahmen sicherstellen, dass insbesondere der Zutritt zu den Sportanlagen so geregelt wird, dass keine Warteschlangen und größere Menschenansammlungen entstehen. Empfehlenswert sind hier für den Trainingsbetrieb Voranmeldesysteme, ausreichende zeitliche Übergänge zwischen einzelnen Trainingsangeboten, Markierungen und Hinweisschilder. Oberstes Prinzip ist die Minimierung von Risiken in allen Bereichen, insbesondere beim Training in festen Kleingruppen in Kontaktsportarten ist es besonders geboten, dass die Vorgaben der Landesregierung eingehalten werden. Dieser Punkt ist insbesondere ein Appell an den gesunden Menschenverstand. Wenn Vorstände bei einer Maßnahme ein ungutes Gefühl haben, sich über die möglichen Risiken nicht im Klaren sind, sollte darauf verzichtet werden oder alternativ eine risikofreie Aktivität gesucht werden. 

Gibt es Vorgaben für die Größe der Trainingsgruppen?

Auch für Kontaktsportarten ist die Gruppengröße ab dem 15. Juli 2020 in festen Gruppen bis zu maximal 30 Personen zulässig. Geht die Gruppengröße darüber hinaus ist die Durchführung von Kontaktsport nicht möglich. Für alle anderen Trainings- und Wettkampfangebote gelten die vom Land erlassen Auflagen, solange diese eingehalten werden, ist die Gruppengröße im Außenbereich nicht beschränkt. Beim Sport im Freien ist die Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern bzw. bei erhöhtem Aerosolausstoß 3m (Gruppengröße über 30 Personen), maßgeblich. Die Trainingsgruppen ab 30 Personen müssen im Außenbereich so gestaltet sein, dass der Übungsleiter immer in der Lage ist, die Übungsgruppe so zu führen, dass der Mindestabstand eingehalten werden kann.

Beim Sport im Innenbereich ist der Kontaktsport grundsätzlich auch bis zu 30 Personen erlaubt. Allerdings ist hier zusätzlich zu beachten, dass bei Gruppen von mehr als 10 Personen die Gesamtpersonenzahl auf 1 Person pro Quadratmeter begrenzt ist. Insofern kann es bei kleineren Räumlichkeiten dazu kommen, dass die max. Zahl von 30 Personen im Innenbereich nicht ausgeschöpft werden kann.  

Wer entscheidet über die Öffnung von Sportstätten?

Sportanlagen für den Sportbetrieb im Außen- und Innenbereich dürfen grundsätzlich nur genutzt werden, wenn der Träger der Einrichtung oder der Anlage einer Öffnung zugestimmt hat. Vereine, die kommunale Sportstätten nutzen, müssen sich an ihre zuständige Kommune wenden. Diese entscheidet über die Öffnung der Sportanlage und über die Bedingungen zur Nutzung der Anlagen. Ein Anspruch auf die Öffnung der Sportstätte besteht nicht. Vereine, die vereinseigene Sportstätten unterhalten, entscheiden selbständig über die Öffnung der Anlage. Hier ist der Vorstand dafür zuständig, für die Einhaltung der Auflagen zu sorgen. Vereine, die kommunale Sportstätten gepachtet haben, sollten sich hinsichtlich der Öffnung der Sportstätte mit ihrer Kommune abstimmen. Nicht jedes Pachtverhältnis berechtigt dazu, eigenständig über die Öffnung der Sportstätte seitens des Vereins zu entscheiden.

Kann der Trainingsbetrieb alternativ an anderen Örtlichkeiten im Freien stattfinden, wenn die kommunalen Sportstätten nicht geöffnet werden?

Das ist möglich, allerdings sind auch hier die Vorgaben der Hygienekonzepte einzuhalten. Aus versicherungstechnischer Sicht, müssen Angebote, die alternativ außerhalb der normalen Sportstätte stattfinden, immer mit dem Vorstand des Vereins abgestimmt werden. Versichert über den Sportversicherungsvertrag sind nur offizielle Trainingsangebote des Vereins. Privatinitiativen von Übungsleitern und Mitgliedern würden nicht unter den Versicherungsschutz fallen.

Muss im Sportbetrieb eine Schutzmaske getragen werden?

Beim Sportbetrieb muss keine Schutzmaske getragen werden. Gegebenenfalls könnte die Notwendigkeit aber beim Betreten und Verlassen der Sportstätte notwendig sein.