Lehrkräfte-Tagung: Der Übungsleiter im virtuellen Wettlauf

Aktuelle Informationen und ein reger Austausch: Die SBR-Lehrkräftetagung setzt neue Maßstäbe. Foto: D. Sonndag

Mit der Zusammenführung der beiden ehemaligen Abteilungen „Aus- und Fortbildung“ und „Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport“ zur „Bildung Sportpraxis, Breitensport“ sollen die Veränderungen und Neuerungen im Bereich der Übungsleiter-Ausbildungen nicht abgeschlossen sein. Nach 2015 wurde wieder ein Treffen von Lehrkräften der Übungsleiter C- und B-Ausbildungen einberufen.

„Die Zukunft wird dem Sport Herausforderungen bringen, die wir uns heute noch nicht vorstellen können. Die Sporträume verschieben sich in die virtuelle Welt. Der Trainer und Übungsleiter wird durch Avatare ersetzt.“ Ein mögliches Zukunftsszenario, das Wolfgang Scheib, Vizepräsident für Aus- und Fortbildung im Sportbund Rheinland, skizierte. Vor diesem Hintergrund müsse die Konzeption der Aus- und Fortbildung der Übungsleiter ständig hinterfragt und auf den neuesten Stand gebracht werden. Frank Pohl, seit Mai Leiter der neuen Abteilung, nennt in seinem Einführungsreferat vier Schwerpunkte: Die Überprüfung der Struktur und der Inhalte der Übungsleiter C- beziehungsweise B-Lizenzen, das Einbeziehen neuer Lernprozesse und Lernwerkzeuge, ein Überdenken der Methodik zur Übungsleiter-Ausbildung und den Aufbau einer veränderten Prüfungskultur.

In der Struktur der Ausbildungen wird man zukünftig vermehrt Inhalte finden, die digital vermittelt werden. Das Format „Blended Learning“ unter flexibler Zeiteinteilung ist in aller Munde und wird beim SBR weiter ausgebaut. Ergänzend werden Webinare zu bestimmten Inhalten der Ausbildungslehrgänge durchgeführt. Neben dem Profil „Haltungs- und Bewegungssystem“ stehen für Interessierte ab 2021 die B-Ausbildungen „Stressbewältigung und Entspannung“ und „Herz-Kreislaufsystem“ zur Verfügung. Die Lehrgänge werden flächendeckend im SBR-Gebiet buchbar sein.

Während früher Wissensvermittlung hauptsächlich über Alltags- und Schriftsprache erfolgte, bietet heute die digitale Transformation in der Bildung die Möglichkeiten, per Video oder Grafik-Tools zu lehren und zu lernen.
Die Prüfungssituation sollte nach Meinung von Pohl nicht Angst, sondern Stolz erzeugen. Es gelte zu überlegen, ob es möglich ist, die „Lernerfolgskontrolle“ im gewohnten Umfeld, in den eigenen Sportgruppen der Ausbildungsteilnehmer, absolvieren zu lassen. Der zu Prüfende lässt eine Übungseinheit mit sich selbst als Übungsleiter aufnehmen und schickt dieses Video den Ausbildern zur Bewertung zu.

All diese Neuerungen sollen dazu führen, dass der reale Übungsleiter immer einen sozialen Mehrwert für seine Teilnehmer in den Sportgruppen bereit hält und so gegenüber Angeboten im Internet im Vorteil ist.

Von Seiten der Lehrkräfte wurden in einer Workshop-Runde Bedürfnisse und Wünsche erarbeitet, die zusätzlich zu einer Qualitätssteigerung der Angebote im SBR führen sollen. So könnten spezielle Fortbildungen für die Referenten zu Themen wie Medienkompetenz, Datenschutz oder Konfliktmanagement auf das genannte Ziel stattfinden. Das Lehrkräfte-Treffen hat gezeigt, direkte Kommunikation führt zu vielen guten Ideen. Damit nicht auf ein jährliches Treffen gewartet werden muss, wird eine Plattform eingerichtet, über die die Referenten des SBR Inhalte und Neuigkeiten in Sachen Aus- und Fortbildung von Übungsleitern austauschen können.

Scheib und Pohl sind sich sicher: „Wenn die Zukunft bringt, dass Sporträume virtueller werden und der Übungsleiter verstärkt als sozialer Mehrwert wahrgenommen wird, werden wir vorbereitet sein.“