Vereinsbefragung „Kunstrasen“ erfolgreich - Dank an Sportvereine

Das mögliche Verbot von Kunststoffgranulat auf Kunstrasenplätzen im Rahmen einer möglichen EU-Verordnung bewegt die Sportwelt seit einigen Monaten. Die Konsultation der Europäischen Kommission war dabei eine Möglichkeit, auf die Auswirkungen eines solchen Verbots für die Sportvereine hinzuweisen.

Diese Chance haben die Sportbünde in Rheinland-Pfalz mit der Unterstützung des Instituts für Sportstättenentwicklung (ISE) genutzt und eine Online-Befragung unter den Sportvereinen initiiert.

„Erstmals haben wir dadurch belastbare Zahlen gewonnen, die uns einen Überblick über die Situation im Sportbund Rheinland verschaffen und uns für zukünftige Verhandlungen mit der Landesregierung zum Thema ‚finanzielle Förderung von Kunstrasenplätzen‘ besser aufstellen. Ein großer Dank gilt hierbei den Vereinen, die sich beteiligt haben“, zeigt sich die Präsidentin des Sportbundes Rheinland, Monika Sauer, zufrieden mit dem Ergebnis der Vereinsbefragung.

Insgesamt haben 709 Sportvereine aus Rheinland-Pfalz an der Abfrage teilgenommen. Davon gaben 420 Vereine an, einen Kunstrasenplatz für ihre Sport- und Bewegungsangebote zu nutzen.

217 Vereine konnten konkrete Angaben zum jeweiligen Füllmaterial der von ihnen genutzten Plätze machen. Dabei zeigte sich, dass die deutliche Mehrzahl der Sportplätze mit Kunststoffgranulat verfüllt ist (125). 53 Plätze waren mit Sand und acht mit Korkgranulat verfüllt. Insgesamt 31 Sportplätze waren unverfüllt.

Auffällig war, dass viele Sportvereine nicht genau wissen, welches Füllmaterial auf den genutzten Sportplätzen verwendet wird. Häufig sind es die Kommunen, die Träger der Sportstätten sind und über die entsprechenden Informationen verfügen. Vereine sind in der Mehrzahl Nutzer der Sportplätze und wären damit die Leidtragenden eines möglichen Verbots von Kunststoffgranulat.

„Auch wenn diese Abfrage kein Gesamtbild aller Sportplätze in Rheinland-Pfalz darstellt, deutet sich bereits jetzt an, dass die Mehrzahl der vorhandenen Kunstrasenplätze mit dem betroffenen Kunststoffgranulat verfüllt ist“, bewertet ISE-Leiter Stefan Henn die Ergebnisse.

Diese Erkenntnisse wurden von ISE an die EU-Kommission im Rahmen der öffentlichen Konsultation übermittelt. Die Kommission wird die Ergebnisse in den kommenden Wochen auswerten und einen abschließenden Bericht vorlegen. Auf dieser Grundlage werden dann konkrete Entscheidungen auf europäischer Ebene getroffen.

Sobald es von Seiten der EU oder anderer Seite neue Informationen und Erkenntnisse gibt, werden die Sportbünde gemeinsam mit ISE die Sportvereine in Rheinland-Pfalz informieren und gegebenenfalls wieder einbinden. „Nur gemeinsam mit den Sportvereinen können wir eine starke Lobby bilden und für die Interessen des Sports kämpfen“, ist sich Sauer sicher.