Der Sportjugend Rheinland noch mehr Profil geben

Wie ist es um die Jugendarbeit in den rheinländischen Sportvereinen bestellt? Welche Themen bewegen die Vereine? Wie können junge Menschen das Vereinsleben mitgestalten? Welche Angebote gibt es für Kinder und Jugendliche? Diese und weitere Fragen stellte Sportjugend Rheinland an alle Sportvereine und in der Jugendarbeit Tätigen. 683 Ansprechpartner der Vereine haben an der Online-Befragung von November bis Januar teilgenommen. Wir unterhielten uns darüber mit Sportjugend-Geschäftsführerin Susanne Weber.

Warum hat sich die Sportjugend Rheinland diese Vereinsbefragung durchgeführt?

Die Sportjugend Rheinland hat bereits 2012 eine erste Befragung von Vereinen vorgenommen. Aufgrund dieser Ergebnisse wurden die Services für die Vereine angepasst und ausgebaut. Daher war es nun an der Zeit, den Erfolg der Maßnahmen zu evaluieren. Weiterhin sind seit 2012 auch neue Themen hinzugekommen, wie der Kinderschutz, Inklusion oder Integration. Um auch auf solche Entwicklungen reagieren zu können, ist es sinnvoll, regelmäßig den Stand der Jugendarbeit in den Vereinen zu erheben.

Was sind die zentralen Erkenntnisse der Befragung?

Das wichtigste Ergebnis ist sicher, dass viele Vereine die Unterstützungsangebote der Sportjugend gar nicht kennen oder zu einzelnen Themen noch mehr Informationen wünschen. Dabei sind auch Unterschiede zwischen den Kreisen aufgetreten, die es zu analysieren gilt. Interessant ist auch, dass in sehr vielen Vereinen bereits junge Menschen engagiert sind. Allerdings gehen nur wenige Vereine das Thema Ehrenamtsförderung systematisch an. Dabei sehen fast alle Vereine die Bindung und Gewinnung von jungen Menschen als wichtiges Thema an. Es gibt somit ein großes Bewusstsein in den Vereinen für die Bedeutung der Jugendarbeit für die Zukunftssicherung.  Allerdings schlägt es sich nur bedingt in konkreten Maßnahmen nieder. So führen zum Beispiel nur 56 Prozent der Vereine Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche durch. Dabei machen gerade solche Aktionen Vereine für den Nachwuchs attraktiv.

Welche Ergebnisse haben Sie besonders überrascht?

Die Ergebnisse zu den Partizipationsmöglichkeiten. Jugendwarte gibt es zwar in vielen Vereinen, aber diese haben keine positiven Auswirkungen auf die Jugendaktionen in den Vereinen. Eine direkte Beteiligung von Jugendlichen führt zu deutlich mehr Angeboten, aber diese gibt es nur in weniger als 20 Prozent der Vereine.

Welche Schlüsse zieht die Sportjugend Rheinland aus der Umfrage?

Wir müssen die Sportjugend Rheinland und ihre Leistungen für die Vereine noch bekannter machen, ihnen noch mehr Profil geben. Daneben gilt es, in einzelnen Kreisen gezielt Angebote zu schaffen, die auf die Wünsche und Bedürfnisse der Vereine eingehen. Weiterhin gilt es, konzeptionelle Ansätze auszuarbeiten, wie man Jugendliche in das Vereinsleben einbinden kann. Insgesamt sehen wir uns damit auf dem eingeschlagenen Weg bestätigt, mehr Qualifizierungs- und Informationsangebote für die überfachliche Jugendarbeit in den Vereinen bereitzustellen.

Welche Schritte werden nun als erstes angegangen?

Der Ausbau der Informationen kann auf der einen Seite kurzfristig angegangen werden, wird aber auf der anderen Seite auch ein Prozess sein, der ständig fortgesetzt werden muss. Zudem werden wir versuchen, Best-Practice Beispiele und Materialien zu weiteren Themen anzubieten. Hier werden wir kurzfristig einen Informationsflyer zu den Zuschussmöglichkeiten auflegen. Geplant ist für Mai auch bereits eine Ausbildung für Ferienbetreuer in Vereinen und für Juni für Jugendleiter. Hier haben Vereine die Möglichkeit viele Tipps für die Jugendarbeit mitzunehmen. Plätze sind in beiden Lehrgängen noch frei. Das gesamte Angebot an Qualifizierungsmaßnahmen werden wir für 2019 nochmals durchleuchten und an die Wünsche der Vereine anpassen.

Die Fragen stellte Wolfgang Höfer