SBR-Hauptausschuss: Über allem steht der Sportverein

Der designierte Präsident des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, Professor Dr. Lutz Thieme, will bei der LSB-Mitgliederversammlung am 16. Juni in Bingen ein Konzept zur inhaltlichen und strukturellen Ausrichtung des Verbandes vorlegen. Dies kündigte Thieme bei der Sitzung des Hauptausschusses des Sportbundes Rheinland an. Thieme kam auf Einladung von SBR-Präsidentin Monika Sauer. Es sei guter Brauch, so Sauer, dass sich die Kandidaten für das höchste Amt im rheinland-pfälzischen Sport vor dem Hauptausschuss präsentieren. Die Erwartungen in das LSB-Präsidium unter einer neuen Führung seien hoch.

Professor Dr. Lutz Thieme skizzierte vor dem SBR-Hauptausschuss seine Vorstellungen von einer Neuausrichtung des Landessportbundes. Foto: W. Höfer

„Die Kraft des organsierten Sportes entsteht in den Sportvereinen“, sagte Thieme gleich zu Beginn seiner Ausführungen. Eine Erkenntnis, die der Sportwissenschaftler vom RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz nicht nur durch seine Studien, sondern auch durch seine ehrenamtlichen Tätigkeiten gewonnen haben dürfte. Als Vorsitzender des 10.000 Mitglieder starken Vereins „Schwimm- und Sportfreunde Bonn“ kennt er die Strukturen an der Basis und deren Bedürfnisse. „Sportvereine sind nicht mit Dienstleistern zu verwechseln, sondern in ihrem Kern Selbsthilfeorganisationen zur Erreichung der Ziele, die die Mitglieder miteinander vereinbart haben.“ Vor diesem Hintergrund sei es Aufgabe der Sportverbände, die Sportvereine bei konkreten Problemlagen zu unterstützen. Sie sollten sich dabei aber nur auf solche Lösungen konzentrieren, die auf Ebene des Sportvereins bearbeitet werden können.

„Kein Ressourceneinsatz ohne Prüfung, inwieweit die Sportvereine von der Wirkung direkt oder indirekt profitieren“, umriss Thieme das mögliche neue Selbstverständnis der Sportverbände im Umgang mit Anforderungen aus dem politischen und gesellschaftlichen Umfeld.

Nach den Worten von Thieme wird derzeit das Strategiekonzept in der LSB-Arbeitsgemeinschaft 2020 unter seiner Mitwirkung entwickelt. Dessen Ziel sei es, die Zukunftsfähigkeit des Modells „Sportverein“ zu sichern.

Thieme bekannte vor dem Hauptausschuss, dass die „Summe der Erwartungen“ an seine Person „sehr hoch“ sei. Dies habe er aus Gesprächen, Begegnungen und Stellungnahmen entnommen. Persönlich sehe er das LSB-Präsidentenamt als eine neue Herausforderung an. Die Grundsätze seiner Amtsführung seien „Transparenz, Respekt und Demut.“

SBR-Präsidentin Monika Sauer sicherte Lutz Thieme in seinem schwierigen Unterfangen die volle Unterstützung zu. Beide waren sich in Bezug auf die Notwendigkeit einer Neuausrichtung des LSB und eine strukturierte Arbeitsweise im Präsidium einig: „So wie es in den Jahren zuvor gelaufen ist, sollte es nicht wieder laufen.“