Ein Sanierungsstau ohne Ende? Großes und Kleines Bauprogramm voll ausgeschöpft

Sie bauen neu, bauen um, renovieren und werkeln viel in Eigenregie. Die Sportvereine im Sportbund Rheinland haben die Fördertöpfe für kleine und große Baumaßnahmen in diesem Jahr voll ausgeschöpft. Dies geht aus einer Statistik der SBR-GeschäftssteIle hervor. Konkret: Im großen Bauprogramm (Maßnahmen bis 75.000 Euro) mit einem Gesamtvolumen von 2 Millionen Euro wurden 47 Vereine mit insgesamt 874.000 Euro bezuschusst. Fördermittel aus dem kleinen Bauprogramm (Maßnahmen bis 10.500 Euro) nahmen 66 Vereine in Anspruch. Hier wurden Zuschüsse in Höhe von insgesamt 180.000 Euro auf die Vereinskonten überwiesen.

Nicht alle Vereine im Sportbund Rheinland können ihre Anlagen in Schuss halten. Angesichts fehlender Fördergelder besteht ein Sanierungsstau. Foto: privat

Spitzenreiter in der Nutzung der Fördertöpfe ist der ehemalige Sportkreis Tier/Trier-Saarburg, der vor kurzem in zwei eigenständige Sportkreise (Trier-Stadt und Trier Saarburg) aufgegangen ist (wir berichteten). Aus dem großen Bauprogramm wurden insgesamt sieben  Vereine mit insgesamt 147.000 Euro bezuschusst.  In den Genuss einer Förderung aus dem kleinen Bauprogramm über zusammen 25.000 Euro kamen acht Vereine.

Eine Spitzenposition im Sportbund Rheinland, die Sportkreisvorsitzender Felix Jäger angesichts seines Engagements nicht nur Lob einbringt, sondern auch Ärger beschert. Denn er musste vielen Vereinen, die Gelder aus den Fördertöpfen beantragt hatten, eine Absage erteilen. Und dies wird sich auch  im kommenden Jahr nicht ändern. „Mir liegen bereits jetzt Anträge mit einem gesamten Fördervolumen von 333.000 Euro vor. Das Land gibt für alle 6600 Vereine in Rheinland-Pfalz 2  Millionen Euro. Da kann man sich ausrechnen, wie viel für unsere Vereine übrig bleibt“, blickt Jäger ernüchtert in die Zukunft.

Diese Einschätzung Jägers wird auch seitens des Deutschen Olympischen Sportbundes untermauert. Dessen Ressortleiter „Sportstätten“, Andreas Klages, befand beim LSB-Infotag „Sportstättenförderung“ in Alzey: „Was Rheinland-Pfalz negativ von anderen Bundesländern abhebt -  es sind zu wenig Landesmittel im System!“ In den meisten Fällen sei es nicht so, dass die Politiker die Sportstätten nicht fördern wollen – es fehle schlichtweg das Geld.    

Wird sich an dieser Gesamtsituation kurz- und mittelfristig etwas ändern? Beim Trierer Sportkreistag hatte SBR-Präsidentin Monika nur ein Trostpflaster im Gepäck. Wir werden alle kleinen Baumaßnahmen, die über das vorgegebene Budget hinausgehen, aus Restmitteln oder Rücklagen finanzieren.“

Der Befund des DOSB, dass zu wenig Landesmittel für die Sportstätten-Förderung im System seien, stimme zwar, so Sauer, dürfe vom organisierten Sport aber nicht als unumkehrbar gesehen werden. Nur dann würden  die Prioritäten bei der Verteilung des Kuchens im Landeshaushalt künftig anders gesetzt.

 

 

Stichwort: Baumprogramme

Baumaßnahmen  wie zum Beispiel Neubau, Sanierung, Erweiterung  von bei vereinseigenen Anlagen oder Anlagen, die über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren gepachtet sind, werden zu 35 Prozent bezuschusst. Auch die erbrachten Eigenleistungen sind zuschussfähig.

Zuschüsse werden allerdings nur gewährt, wenn der  Verein die Mindestmitgliedsbeiträge erhebt. Unterschieden wird zwischen einem Großen Programm und einem Kleinen Programm. Die Anträge müssen über die Sportkreisvorsitzenden gestellt werden.

Kleines Programm

  • Maximale Gesamtbaukosten 10.500 Euro
  • Keine Antragsfrist,  solange Haushaltsmittel des SBR zur Verfügung stehen
  • Auszahlung durch den Sportbund
  • Bsp. Heizung, Sanitäranlagen, Umkleide, Ballfangzaun, Errichtung Bouleanlage

Großes Programm (Sonderprogramm)

  • Maximale Gesamtbaukosten 75.000 Euro
  • 2 Millionen Euro landesweit
  • Antragsfrist: 30. September für Folgejahr
  • Auszahlung durch LSB über den Sportbund
  • Bsp. Dachsanierung, Beregnungsanlage, Umbau Tennenplatz in Rassenplatz, Sanierung Hallenboden

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