Ausweg regionale Sportgenossenschaften – Nur eine theoretische Idee?

Die SBR Management-Akademie sieht in der Kooperationform eingetragene Genossenschaft Chancen, das Sportangebot vor allem in ländlichen Regionen zu sichern.

Der schwierige Erhalt von Sport- und Vereinsanlagen, veränderte Angebotslandschaften im Sport, ausbleibendes ehrenamtliches Engagement, schrumpfende Mitgliederzahlen, dies sind Probleme, mit denen Vereine insbesondere in strukturschwachen Regionen konfrontiert sind. Und die Prognosen hinsichtlich der demografischen Entwicklung sorgen nicht für Optimismus. Die Probleme werden sich verschärfen und die Existenz manches Vereins und damit auch die Bereitstellung eines kostengünstigen Sportangebotes vor Ort stehen auf dem Spiel.

Prof. Dr. Wadsack (Ostfalia Hochschule) zeigte diese Problematik eingangs seines Vortrags zum Vereinsmanager-Special auf und stellte die Frage, wie es trotzdem auch in der Zukunft gelingen kann, ein attraktives und kostengünstiges Sportangebot vor Ort zu gewährleisten. Die Sicherung einer angemessenen und attraktiven Sportvereinsszene sollte zum gemeinsamen Projekt in der Region werden. Wadsack stellte die Idee der eingetragenen Sport-Genossenschaft vor, einem Zusammenschluss von Vereinen, Personen, Unternehmen und Verbänden. Aufgabe dieser Genossenschaft soll die Schaffung von Rahmenbedingungen zur optimalen Entwicklung des Sportangebotes vor Ort sein. Die noch theoretische Idee, für die es derzeit noch kein Modellprojekt gibt, sorgte für eine kontroverse Diskussion. Zum einen überzeugte die Idee durchaus hinsichtlich der Leistungsfähigkeit einer solchen Genossenschaft, der Weg der Umsetzung allerdings wurde überwiegend als problematisch eingeschätzt. Allgemeiner Konsens herrschte, dass die Idee der gemeinschaftlichen Verantwortung für eine Region, insbesondere in strukturschwachen Gegenden, ein zukunftsträchtiger Weg ist. Unter dieser Prämisse diskutierten die Teilnehmer in einer abschließenden Gruppenarbeitsrunde Möglichkeiten innovativer Kooperationen und Zusammenarbeit.

„Ein Abend, der einmal mehr bewies, dass sich der berühmte ‚Blick über den Tellerrand hinaus‘ lohnt und zunächst ungewöhnlich erscheinende Ideen durchaus zu umsetzbaren Ergebnissen führen können“, blickt die Leiterin der SBR Management-Akademie, Barbara Berg, gespannt auf eine mögliche erste Sport-Genossenschaft im Sportbund Rheinland.