Schwimmvereinen steht das Wasser bis zum Hals

Der Sportkreis Koblenz-Stadt mit seinen rund 43.000 Mitgliedern in 140 Vereinen will mehr politische Einflussnahme. Auf dem Sportkreistag im „Haus Horchheimer-Höhe“ forderte Sportkreisvorsitzender Manfred Diehl einen Sitz im Sport- und Bäderausschuss der Stadt.

„Wann öffnet die Stadtpolitik den Ehrenamtlern aus dem Fachbereich Sport die Mitarbeit im Fachgremium der Stadt?“, fragte Diehl und öffnete gleichzeitig ein Zeitfenster für die Umsetzung dieser Forderung - zur Kommunalwahl 2019. Vor dem Hintergrund aktueller Probleme der Sportstadt Koblenz geriet die einstimmige Wiederwahl Diehls als Sportkreisvorsitzender - ebenso wie die seiner Stellvertreterin Britt Guttmann - fast nur Nebensache.

Größtes Koblenzer Sorgenkind aus sportlicher Sicht ist derzeit zweifellos der Situation der Schwimmvereine. „Koblenz braucht Wasser!“, meinte Peter Mayer vom geschäftsführenden Vorstand des SC Poseidon in einer engagierten Rede. Nach dem Abriss des Stadtbades in der Altstadt, dem Abriss des Uni-Bades auf dem Oberwerth, der Schließung des Freibades Stolzenfels und dem Wegfall des Hallenbades in der Falckenstein-Kaserne stünde nicht nur den Schwimmvereinen das Wasser bis zum Hals.

Auch das von der Stadt geplante neue Hallenbad würde den Wegfall dieser Wasserfläche nicht kompensieren. Deutliche Kritik übte Mayer auch an der derzeit propagierten Konzeption des neuen Hallenbades. Konkret fordern die Schwimmvereine statt ein 25 Meter- ein teilbares 50 Meter-Becken. Damit würden sowohl der Öffentlichkeit als auch den Sportvereinen für ihre Schwimmausbildung optimale Bedingungen geboten. „Mit einem 50 Meter-Becken im neuen Hallenbad hätte Koblenz ein Alleinstellungsmerkmal in Rheinland-Pfalz“, so Mayer.

Den Zustand städtischer Sportanlagen kritisierter auch Manfred Diehl. Als Beispiel nannte Diehl unter anderem die Bezirkssportanlage „Schmitzers Wiese“ und das Stadion Oberwerth. In dem Stadion werde zwar die Tartanbahn erneuert, aber die Sanitär- und Umkleidebereiche seien nach wie vor in einem untragbaren Zustand.

Die Präsidentin des Sportbundes Rheinland, Monika Sauer, richtete in ihrer Rede den Blick auf die Gesamtsituation des organsierten Sportes im Land. Vor dem Hintergrund der Prüfung des Landesrechnungshofes beklagte Sauer ein „restriktives Vorgehen des Innenministeriums“ und ein „Anwachsen bürokratischer Hürden“. „Wir werden hier Position für den Sport beziehen, auch wenn es eine Position ist, für die man von der Landesregierung kein Lob bekommt“, sagte Sauer. Die Autonomie des Sportes dürfe auf diese Weise nicht untergraben werden.

SBR-Geschäftsführer Martin Weinitschke befürchtet, dass diese Tendenzen über kurz oder lang auch die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen und Verbänden weiter erschweren könnte. Eine Aussage, die einige Vereinsvertreter beim Sportkreistag mit konkreten Beispielen aus ihrem Alltag untermauerten.