Forum Sportstätten: Die Interessen unter einen Hut bringen

Angesichts der leeren Kassen in den kommunalen Haushalten wird es immer schwieriger, eine nachhaltige Sportstättenentwicklung sicherzustellen. Zwar müssen die Kommunen nach dem Sportförderungsgesetz vorhandene Sportstätten kostenfrei zur Verfügung stellen, aber eben nur wenn sie vorhanden sind. Sind die Kassen leer und Sportstätten müssen saniert werden, sieht es häufig düster aus. Denn die Sportförderung ist in den kommunalen Haushalten eine freiwillige Selbstaufgabe und fällt daher nicht selten anderen Aufgaben zum Opfer.

Vor diesem Hintergrund veranstaltet der Sportbund Rheinland am Dienstag, 23. Mai sein drittes Sportstätten-Forum: „Wir wollen damit unseren Vereinen Orientierung und Hilfe geben, wie sie sich in diesem komplexen Umfeld positionieren können“, sagt der Geschäftsführer des Sportbundes Rheinland, Martin Weinitschke. Zu der Veranstaltung konnte der SBR zwei Referenten gewinnen, die nicht nur über ein umfassendes theoretisches Wissen verfügen, sondern auch mit der Vereinslandschaft im Rheinland bestens vertraut sind.

 

Professor Dr. Lutz Thieme von der Universität Koblenz-Landau geht in seinem Vortrag besonders auf die Konfliktfelder zwischen Vereinen und Kommunen ein. Wo liegen deren Ursachen? Wie entscheiden Kommunen, wenn es um die Vergabe von Geldern im Rahmen ihrer Leistungen geht? Wie sollten dabei Vereine agieren, wenn Sie nur ein Bewerber unter vielen sind? Dies sind nur einige Fragen, auf die der Referent Antworten geben wird. Thieme beleuchtet aber die unterschiedlichen Interessen sportreibender Vereine innerhalb einer Kommune und erläutert dies an einem Beispiel. „Aus vergangenen Zeiten besteht häufig ein Überangebot an Sportplätzen. Jeder Verein hat ein Interesse, seinen Platz zu erhalten. Von Seiten der Kommunen ist dies unter den gegebenen Bedingungen nicht finanzierbar. Hier müssen im gegenseitigen Interesse tragbare, zukunftsfähige Lösungen gefunden werden.“

Der zweite Referent des Abends, Stefan Henn kennt diese Konflikte zu Genüge. Denn der Mitarbeiter des Institutes für Sportstättenentwicklung hat seit dessen Gründung im Jahr 2015 schon viele ehemalige „Streithähne“ unter einen Hut gebracht. Anhand einiger Praxisbeispiele zeigt Henn den Vereinsvertretern auf, auf welcher Ebene und unter welchen Bedingungen die Kommunikation mit der Kommune gelingen kann. Auch hier geht es vor allem um die Frage: Wie kann der Vereinssport seine Interessen unter den heutigen Bedingungen bestmöglich vertreten?

Termin: 23.05.2017, 18 - 21 Uhr

Ort: Koblenz

Kosten: Keine

Dauer: 4 LE

Referent: Prof. Dr. Lutz Thieme, Hochschule Koblenz, RheinAhrCampus Remagen und Stefan Henn, Institut für Sportstättenentwicklung (ISE) Trier

Zur Online-Anmeldung: MA17-505