Denken, wie in der freien Wirtschaft

Für Dietmar Fischer, Diplom-Wirtschaftsingenieur im Sportmanagement, ist die derzeitige Situation des VfL Bad Kreuznach - wenngleich nicht in dieser Wucht - beispielhaft für viele Vereine dieser Größenordnung. (Lesen Sie hier seine Empfehlung).

Fischer ist Lehrreferent des Sportbundes Rheinland und hielt kürzlich im Haus des Sports ein Seminar zum Thema „Kostengerechte Beitragsgestaltung“. Darin plädierte Fischer im organisierten Sport für ein ausgeprägtes „Kosten-Nutzen-Denken“, so wie es auch in der freien Wirtschaft praktiziert wird. Dies vor dem Hintergrund, dass bei weniger personellen, finanziellen, materiellen und räumlichen Ressourcen immer höhere Anforderungen an die Vereine gestellt werden. Qualifizierte Übungsleiter seien für wenig Geld nicht mehr zu bekommen und Ehrenamtlichkeit benötige zunehmend Entlastung durch bezahlte Mitarbeit.

Nach den Erfahrungen von Fischer in der Vereinsberatung, sollten mindestens zwei Drittel alle Gesamtkosten des Vereins über die Mitgliedsbeiträge abgesichert sein. Fremdmittel, zu denen unter anderen Zuschüsse, Spenden und Sponsoring zählen, seien nur noch ein „unsicheres Fundament für eine stabile Finanzlage“, so Fischer.

Das Solidarprinzip „Einer für alle - alle für einen“, ehemals das Markenzeichen des organsierten Sportes, sieht Frischer als nicht mehr existent an. Stattdessen müssten höhere Kosten einzelner Abteilungen nach dem „Verursacher-“ bzw. „Ausreißerprinzip“ auch von diesen erwirtschaftet werden.