Zuhören, wo der Schuh drückt!

Interview mit dem neuen Vorsitzenden der Sportjugend Rheinland, Christian Zilliken - Er wurde auf der außerordentlichen Vollversammlung der Sportjugend Rheinland einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er übernimmt die Jugendorganisation des Sportbundes Rheinland in einer Zeit, in der auch die Sportjugend im gesamten Land nach Orientierung sucht.

Christian Zilliken bei seiner Vorstellung auf der Außerordentlichen Vollversammlung der Sportjugend Rheinland. Foto: W. Höfer

Im Interview äußert er sich  über seine Ziele und Wünsche in seiner zunächst auf ein Jahr befristeten Amtszeit.

Herzlichen Glückwunsch, Herr Zilliken, zu Ihrer Wahl. Waren Sie überrascht, als Sie gefragt wurden, ob Sie sich vorstellen könnten, Vorsitzender der Sportjugend Rheinland zu werden?

Christian Zilliken: Vielen Dank für die Glückwünsche. Ich war sogar sehr überrascht, als Anneka Lauterbach mich im Nachgang zu einer Klausurtagung auf die Möglichkeit einer Kandidatur ansprach. Schließlich bin ich erst seit wenigen Monaten Sportkreisjugendwart in Mayen-Koblenz. Zunächst hatte ich mir natürlich Bedenkzeit erbeten, um dies auch mit meiner Familie abzustimmen. Schlussendlich hatte ich mich doch recht schnell dazu entschieden, die Herausforderung mit dem Team anzunehmen.

Haben Sie mit einem so eindeutigen Votum gerechnet?

Zilliken: Nachdem es in der jüngsten Vergangenheit etwas unruhig zuging und es auch die eine oder andere kritische Stimme im Vorfeld gab, hat mich das Abstimmungsergebnis in der Deutlichkeit überrascht. Ich freue mich sehr über das einstimmige Votum, wie im Übrigen über den gesamten Verlauf der Versammlung und die einzelnen eindeutigen Wahlergebnisse.

Nach Ihrer Wahl sagten Sie, Sie wollen der Sportjugend Rheinland vor Ort ein Gesicht geben und die Kommunikation auf allen Ebenen und in alle Richtungen verbessern. Sind das mehr als Worthülsen?

Zilliken (lacht): Natürlich sollen und müssen darauf Taten folgen. Allerdings ist das bei der räumlichen Ausdehnung der 15 Landkreise eine besondere Herausforderung, alle zu bereisen und sich dort auch persönlich zu zeigen. Dazu wird das eine Jahr vermutlich kaum ausreichen. Aber dies ist notwendig, um die von Ihnen angesprochene Kommunikation zwischen Vereinen und Vorstand unmittelbar herzustellen. Dies wäre aus meiner Sicht ein erster Schritt zur Verbesserung der Kommunikation.

Die Angebote der Sportjugend Rheinland sind nur bei einem Teil der Vereine bekannt. Mit welchen Inhalten wollen Sie die Vereine für mehr Jugendarbeit gewinnen?

Zilliken: Wo wir gerade bei der Kommunikation waren, ist genau hier ein erster Ansatzpunkt, nämlich sich bei den Vereinen vor Ort zu präsentieren. Zuhören, wo der Schuh drückt und, wenn man nicht gleich eine Lösung parat hat, dies aufzunehmen und Angebote zu erarbeiten. Übrigens: Wir haben bereits tolle Angebote, wie zum Beispiel die Aktion "Ferien am Ort", die Jugendsammelwoche oder den Ehrenamtsförderpreis "Vorbild gesucht! Gib Engagement ein Gesicht".  Es ist einfach wichtig, dass die Menschen wissen, dass es uns gibt und was wir für die Vereine anbieten und leisten. Das wird mir in der Fläche noch zu wenig genutzt.

Ihre Amtszeit beträgt zunächst einmal nur zwölf Monate bis zur nächsten ordentlichen  Vollversammlung. Vorteil oder Handicap?

Zilliken: Das wird Sie vielleicht überraschen. Gerade dieser Aspekt, erst einmal „nur" für ein Jahr gewählt zu werden, war für mich ausschlaggebend, zur Wahl anzutreten. Schauen Sie, in der Vereinsmanagerausbildung wird empfohlen, die Wahlperiode bei der Überarbeitung von Satzungen mit zu überdenken, da man heutzutage nur schwer junge Menschen findet, die sich über einen Zeitraum von vier oder mehr Jahre an ein Amt, eine Aufgabe binden wollen. Daher sehe ich dies als gute Möglichkeit für alle Beteiligten an, im nächsten Jahr zu prüfen, ob der Schritt, das Vertrauen in junge oder jüngere Hände zu geben, eine gute Entscheidung war. Aber es bietet auch die Möglichkeit, gerade für uns Neue im Vorstand, festzustellen, ob man zum Beispiel die hohe zeitliche Belastung bewältigen kann oder nicht. Daher aus meiner Sicht, in der aktuellen Situation, ganz klar ein Vorteil.

Das Interview führte Wolfgang Höfer