Gemeinsame Erklärung des Landessportbundes Rheinland-Pfalz und der regionalen Sportbünde Rheinland, Rheinhessen und Pfalz

Der Landessportbund Rheinland-Pfalz und die Sportbünde sind in den vergangenen Wochen in unterschiedlichen Medien wegen eines internen Prüfberichtes des Landesrechnungshofes öffentlich in die Kritik geraten.

Dieser Prüfbericht wurde im Entwurfsstadium einigen Medien zugespielt. Vor diesem Hintergrund stellen der Landessportbund und die Sportbünde Rheinland, Pfalz und Rheinhessen Folgendes klar:

Wesentliche Inhalte dieses Prüfberichtes sind zum Teil bereits entkräftet worden. Über noch strittige Punkte befinden sich der LSB und die regionalen Sportbünde mit dem Ministerium des Innern und für Sport in einem konstruktiven Dialog.

Sollte der Eindruck entstanden sein, dass vom Landessportbund oder den regionalen Sportbünden Steuergelder verschwendet oder gar veruntreut worden sind, weisen wir dies mit aller Entschiedenheit zurück. Ein solcher Vorwurf wurde weder vom Landesrechnungshof noch von der Landesregierung erhoben. Im Gegenteil: Staatsekretär Günter Kern hat unmittelbar nach Bekanntwerden des Prüfberichtes dies entsprechend öffentlich klargestellt.

Weder im Bereich der Finanzverwaltung noch in der Personalverwaltung herrschen wie öffentlich behauptet „chaotische Zustände“. Die in der Presse thematisierten Personalausgaben sind aufgrund entsprechender Präsidiumsbeschlüsse getroffen worden und in direkter Anlehnung an den Tarifvertrag der Länder (TVL) erfolgt. Grundsätzlich wird das hauptamtliche Personal von LSB und Sportbünden tariflich besoldet.

Aufgrund der ehrenamtlichen Strukturen im Sport arbeiten die hoch motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter häufig auch in den Abendstunden sowie an Wochenenden. Bei einem kleinen Teil der Mitarbeiter werden diese nicht vermeidbaren und daher angeordneten Überstunden anteilig über den TVL bis zu einem Monatsgehalt ausgeglichen.

Mit ihren Ausgaben bewegen sich die vier Dachorganisationen des rheinland-pfälzischen Sports genau im Rahmen der von den jeweiligen Mitgliederversammlungen genehmigten Haushalte. In den Haushaltsplänen enthalten sind auch Ausgabentitel für Veranstaltungen, unter anderem auch zur Förderung des Ehrenamts. Eine solche war auch die mit 8.900 Euro Defizit seitens des Landesrechnungshofes beanstandete LSB-Jahresabschlussfeier in der „Alten Lokhalle“ in Mainz. Diese jährliche Zusammenkunft von rund 350 Funktionsträgern aus rheinland-pfälzischen Vereinen und Verbänden ist ein Teil unserer Verbandskommunikation und Verbandskultur. Es ist zugleich ein Dankeschön für ehrenamtliches Engagement in unseren Mitgliedsorganisationen. Trotz größter Bemühungen, trotz Eigenbeteiligung, gesponserter Getränke und intensiver Verhandlungen mit Hallenbetreiber und Caterer reichte das Budget nicht aus, die Gesamtkosten zu decken. Insofern wurde bereits im Folgejahr auf diese Form der Veranstaltung verzichtet.

Anders ist es bei den Klausurtagungen. Diese sind notwendig, um gemeinsam strategische Lösungen zu erarbeiten. In die Kosten spielen neben Übernachtung und Verpflegung vor allem auch externe Referenten als Expertisengeber hinein. Letztere Kosten würden jedoch auch bei Tagungen im Mainzer Haus des Sports entstehen.

Völlig unabhängig vom vorläufigen Bericht des Landesrechnungshofes wurde öffentlich erneut eine Strukturdiskussion ins Spiel gebracht. Der Rechnungshofbericht selbst gibt hierzu keinen einzigen Hinweis, geschweige denn eine Empfehlung zu Strukturänderungen. Wir erachten die jetzige Struktur des organisierten Sports in Rheinland-Pfalz als effizient und zielführend für unseren gesellschaftlichen Auftrag.

Gleichwohl nehmen der Landessportbund und die regionalen Sportbünde den Bericht des Landesrechnungshofes zum Anlass, interne Abläufe zu optimieren. Dies betrifft auch die vom Landesrechnungshof monierte Führung zu vieler Barkassen sowie die zu späte Rückzahlung von Restgeldern. Hierbei ist kein einziger Euro veruntreut worden. Unregelmäßigkeiten gab es keine.