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11.10.2010 „Alles ist eine Frage der Koordination“ Referenten begeisterten beim fünften Sportwissenschaftlichen Forum Koordination - Motorik - Bewegung: Diesem Themenkomplex war das fünfte Sportwissenschaftliche Forum des Sportbundes Rheinland gewidmet. Rund 200 Trainer und Übungsleiter aus den unterschiedlichsten Sportarten kamen in die Universität Koblenz, um den Ausführungen von Professor Dr. Thomas Jaitner und Professor Dr. Arturo Hotz zu lauschen. Beide Referenten präsentierten unterschiedliche Ansätze, um sich diesem komplexen Thema zu nähern. Jaitner stellte verschiedene Modelle des Bewegungslernens vor und favorisierte für die Trainingspraxis eindeutig das „differentielle Lernen“. Danach spielen beim motorischen Lernen im Sport unbewusste Prozesse eine große Rolle. Der Aufmerksamkeitsfokus im Training werde nicht auf den Körper, sondern auf das Ziel gerichtet: „Wir lernen besser, wenn wir weniger bewusste Kontrolle ausüben“, lautet eine der Thesen Jaitners. Es gebe eine „Koordinationsstruktur im Körper unterhalb des Kopfes“, die im Training aktiviert werden müsse. „Ständiges Variieren der Übungen motiviert und macht Spaß und führt eindeutig zu besseren Lernerfolgen“, so Jaitner. Um dies zu untermauern, stellte der Sportwissenschaftler der Technischen Universität Kaiserslautern eigene Untersuchungsreihen im Kugelstoßen, Basketball und Volleyball vor. Mit einer vorwiegend pädagogisch-psychlogischen Sichtweise des Trainings, gespickt mit philosophischen Erkenntnissen, begeisterte der renommierte Diplom-Trainer Professor Dr. Arturo Hotz die Zuhörer. Hotz stellte die klassische Trainerausbildung in Frage. Die Disziplinen der Sportwissenschaft würden oftmals um ihrer selbst willen mit wenig Bezug zur Praxis betrieben. „Die Theorie muss immer im Dienste der Praxis stehen“, so Hotz. Für eine praxisorientierte Trainerausbildung seien ausschließlich die beiden Themenfelder „Techniktraining“ und „Coaching“ ausreichend. Nicht nur Techniktraining sei eine Frage der der Koordination, sondern auch das Verhältnis des Trainers zum Athleten , denn „Jede Art der Koordination beginnt im Dialog zwischen dem einen und dem anderen“, und „Es kommt nicht darauf an, dass die Information im Training richtig ist, sondern dass sie wichtig ist.“ Der ehemalige Nationaltrainer der Ski- und Bobmannschaften der Schweiz berichtete in amüsanter Form über seine Erfahrungen im Trainergeschäft. Eine Kostprobe: „Wenn jemand erfolgreich ist, kann er sagen was er will. Wenn einer von etwas überzeug ist, hat er die obere Grenze des Selbstbewusstseins und die untere Grenze zum Größenwahn erreicht.“
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