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26.01.2009


Der schwierige Weg zur Sportstadt  

Demographische Entwicklung ist in den Sportvereinen angekommen – Diskussion in Bad Neuenahr-Ahrweiler  

Aufgrund des demographischen Wandels stehen unsere Sportvereine vor großen Herausforderungen. Dies wurde einmal mehr bei einer Podiumsdiskussion in  Bad Neuenahr Ahrweiler deutlich, zu der Stadtbürgermeister Dr. Hans-Ullrich Tappe geladen hatte. Der Unterschied zu bisherigen Veranstaltungen dieser Art: Durch ein Input-Referat von Professor Dr. Lutz Thieme (FH Remagen) zur „Zukunft des Sports – Zukunft der Sportvereine“ sollten die Vereinsvertreter sensibel gemacht werden für eine Problematik, die, wenn sie frühzeitig erkannt, auch Chancen für Bad Neuenahr-Ahrweiler auf dem Weg  zu einer Sportstadt bieten kann. Die sehr engagierte Diskussion wurde anschließend moderiert von Martin Weinitschke (Geschäftsführer des Sportbundes Rheinland). Ebenso stand der Sportkreisvorsitzende des Sportkreises Ahrweiler, Fritz Langenhorst, Rede und Antwort.

Thieme stellte „ausgewählte Aspekte“ der demographischen Entwicklung vor und konfrontierte die Vereinsvertreter mit folgenden Fragen. „Wie gehen Sie mit den Ansprüchen älterer Menschen an das Sportangebot in ihrem Verein um?“ Welche Sportangebote machen Sie aufgrund veränderter Familienstrukturen? Wie reagieren Sie, wenn zu wenige Kinder für eine Mannschaft zusammen kommen, wenn Übungsgruppen zu klein werden?“ Auch die veränderte Schullandschaft – es entstehen immer mehr Ganztagsschulen -  wirft für den organisierten Sport viele Fragen auf: Wie reagieren die Sportvereine auf die Verlagerung von Sportkapazitäten und Sportangeboten auf die Schulen? Bleibt noch Zeit  für den Vereinssport, wenn die Schüler erst am späten Nachmittag von der Schule nach Hause kommen?

Genügend Diskussionsstoff, der unmöglich an einem Abend zu konkreten Ergebnissen führen kann. Vielmehr wurde großer Informationsbedarf in Sachen Ganztagsschulen erkannt. Zu dieser Thematik soll nun eine weitere Veranstaltung gemeinsam mit den Schulen der Stadt und Referenten des Sportbundes stattfinden. Erfreuliches hatten einige Sportvereine auch über ihre Mitgliederentwicklung zu berichten. Grund für den Zustrom von Kindern und Jugendlichen in die Sportvereine war wohl deren Präsentation beim Rheinland-Pfalz-Tag 2008 in Bad Neuenahr-Ahrweiler, die vom Sportbund Rheinland organisiert worden war. Auch diese Erfahrung soll nun in ein konkretes Projekt münden. Die 35 Sportvereine der Stadt werden nun gemeinsam mit der Stadt und dem Sportkreisvorsitzenden Fritz Langenhorst  neben weiteren Projekten die Veranstaltung einer „Sportmesse“ für Bad Neuenahr-Ahrweiler prüfen. „Wir werden Sie gerne auf dem Weg zu einer Sportstadt begleiten“, sagte SBR-Geschäftsführer Martin Weinitschke abschließend, und Bürgermeister Tappe gab nach der dreistündigen Diskussion diesen Satz den Vereinsvertretern mit auf den Nachhauseweg: „Auf Dauer kann kein Verein als Einzelkämpfer überleben.“

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