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23.11.2011

Damoklesschwert schwebt über den Vereinen

Sparkurs des Landes in der Kritik – Sportkreistag Neuwied bestätigt Hofmann und Hübinger

Der Sportkreis Neuwied mit seinen 46.654 Mitgliedern in 248 Vereinen wird weiterhin von Alfred Hofmann und dessen Stellvertreter Günter Hübinger geführt. Die Delegierten des Sportkreistages sprachen dem „Duo“ einstimmig das Vertrauen für weitere vier Jahre aus. Wohin sich der organisierte Sport im Land in dieser Zeit entwickeln wird, steht in den Sternen. Wie allen Redebeiträgen zu entnehmen war, schwebt der Sparkurs des Landes infolge der Schuldenbremse als Damoklesschwert über den Vereinen und Verbänden.

Deutliche Worte richtete SBR-Vizepräsident Walter Desch in den Räumen des Tanzsportclubs Neuwied an die Vertreter des Landtages und des Bundestages: „Sparen Sie mit und durch den Sport und nicht am Sport.“ Desch hatte zuvor die kontinuierliche Kürzung der Sportfördermittel des Landes in den vergangenen 15 Jahren kritisiert, um zu dem Schluss zu kommen. „Die jetzige 5,71 Prozent-Kürzung tut den Vereinen wahnsinnig weh. Sie trifft uns mitten ins Mark.“ Denn die tatsächlichen Belastungen der Sportvereine fielen wesentlich höher aus, da ein Großteil der Etatposten des Sportbundes Fixkosten beinhalte, die nicht beeinflussbar seien Verschärft werde die Situation durch die weiterhin unbefriedigende Situation auf dem Glücksspielmarkt. „Wir müssen damit rechnen, für 2011 keine Gewinnausschüttung von Lotto Rheinland-Pfalz zu bekommen“, sagte Desch. Vor diesem Hintergrund kündigte der SBR-Vizepräsident für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing eine „aggressivere Gangart“ gegenüber der Politik an. „Wir werden unsere Leistungen auf den Ebenen der Sozial-, Bildungs-, Gesundheits- und Umweltpolitik offensiv darstellen und bei den entsprechenden Ministerien Forderungen stellen“, sagte Desch. 
So seien Sportvereine in der Regel überfordert, ihren Beitrag zu einem Gelingen der Ganztagsschule zu erbringen. „Die Ganztagsschule kann kein Erfolg werden, wenn wir es nicht schaffen, qualifizierte Kräfte mit einer adäquaten Bezahlung dafür zu gewinnen“, sagte Desch. Dafür müsse das Land Mittel aus dem Bildungsetat bereitstellen. Bereits jetzt nutzten kommerzielle Sportanbieter die Ganztagsschule, um in eigener Sache zu werben. Desch: „Das bedeutet eine ernst zu nehmende Gefahr für die Sportvereine und die kulturelle Vielfalt der Gemeinden. Hier muss die Politik uns helfen.“

 

Der Vorstand des Sportkreises Neuwied mit SBR-Vizepräsident Walter Desch nach einer gelungenen Versammlung (v.l.): Anette Schiemann (Bildungswerk), Alfred Hofmann (1. Vorsitzender), Gitta Albrecht (Kreisjugendwartin), Dr. Werner Dötsch (Sportabzeichen), Michaela Hoffmann (Seniorenbeauftragte), Walter Desch, Mascha Glinitzki (Frauenvertreterin) und Günter Hübinger (stv. Vorsitzender).

Alfred Hofmann forderte Ministerpräsident Kurt Beck auf seinen „Worten Taten folgen zu lassen“. Hofmann reagierte damit auf die Aussagen Becks anlässlich der Verleihung der Sportplakette des Landes. Aufgrund der zahlreichen Aufgaben des Sportes werde die Landesregierung auch in finanziell schwierigen Zeiten zu ihrer Verpflichtung stehen, die Sportförderung in Rheinland-Pfalz zu sichern, hatte der Landesvater zugesagt. In seinem Rechenschaftsbericht ging Hofmann auch auf die unbefriedigende Sportstättensituation im Kreis ein. „Wir mussten die Schließung des Hallenbades in Heimbach-Weis hinnehmen. Und die Leichtathleten warten immer noch auf eine Halle, damit sie ganzjährig trainieren können.“


Hofmann und Desch hoben in ihren Ansprachen jeweils die Bedeutung des Ehrenamtes für eine lebendige Sportlandschaft hervor. „Ehrenamt ist nichts Amateurhaftes, es erfordert eine hohe Qualifikation“, sagte Desch. In diesem Zusammenhang empfahlen beide Funktionäre den Vereinsvertretern, das Aus- und Fortbildungsprogramm der SBR Management-Akademie rege zu nutzen. Für ihr Wirken zum Wohle des Sportes wurde Anette Schiemann (TV Gladbach) mit der silbernen Ehrennadel des Sportbundes Rheinland ausgezeichnet.

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