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10.11.2011

Der Sport steht vor einem Spagat

Kürzungen des Landes können nicht mehr aufgefangen werden – Beitragserhöhungen drohen



Der Sparkurs des Landes und dessen Auswirkungen auf den organisierten Sport war das beherrschende Thema der jüngsten Sitzung der Sportkreisvorsitzenden mit SBR-Präsident Fred Pretz. Foto: Vera Adam

Die Mitglieder in rheinland-pfälzischen Sportvereinen müssen möglicherweise mit drastischen Beitragserhöhungen rechnen. Grund sind die Kürzungen des Landes Rheinland-Pfalz für den Sport in Höhe von 5,71 Prozent und die Folgejahre. Bei einer Sitzung der Sportkreisvorsitzenden im Sportbund Rheinland übten diese massiv Kritik an der Sparpolitik des Landes. Der Vorsitzende des Sportkreises Neuwied, Alfred Hofmann, sprach unverhohlen „vom Rückbau und der Demontage des organisierten Sports durch die Landespolitik“. Der Präsident des Sportbundes Rheinland, Fred Pretz, hatte in der Vergangenheit mehrfach beim Land gegen die Kürzungen protestiert und kündigt weiteren Widerstand an. „Wir werden dafür kämpfen, dass unsere 6.300 Sportvereine im Land ihr Angebot in Quantität und Qualität aufrechterhalten können.“
Ob dies von Erfolg gekrönt sein wird, ist weiterhin ungewiss. Nach Angaben von SBR-Geschäftsführer Martin Weinitschke habe eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern des Sports und des Innenministeriums in mehreren Sitzungen konkrete Vorschläge für die zukünftige Förderung des Sports erarbeitet. „Sämtliche Vorschläge wurden vom Ministerium einseitig verworfen. Es besteht keine Aussicht auf Nachbesserung für das laufende Jahr. Auch wurde keine Verbesserung für 2012 in Aussicht gestellt“, sagte Weinitschke.

Die Sportkreisvorsitzenden spüren die Auswirkungen unmittelbar vor Ort. Zuschüsse für Übungsleiterinnen und Übungsleiter müssen gekürzt, Baumaßnahmen können nicht mehr bewilligt werden, die Sportgeräteförderung wird zurückgefahren, Zuschüsse für Veranstaltungen der Vereine werden gekürzt oder ganz gestrichen. Massive Beitragserhöhungen als Mittel zur Rettung der Finanzsituation des organisierten Sports scheinen unausweichlich. Davor warnen allerdings etliche Funktionsträger. Sie sehen die soziale Funktion des Sports in unserer Gesellschaft gefährdet.

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