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08.06.2009




Marathonis trotzen Schafskälte und Regen

RZ Mittelrhein-Marathon litt unter widrigen Rahmenbedingungen – Zug viel aus

Ein sollte ein Fest für die Sinne werden – ein unvergessliches Erlebnis. Im Licht der untergehenden Sonne bei sommerlich wohligen Temperaturen die letzten Kilometer bis zum Deutschen Eck einfach nur genießen, die Atmosphäre in sich aufsaugen und eintauchen in eine Welt voller Glückseligkeit - nach all diesen Strapazen.
Die Dramaturgen des Drehbuches mit dem Namen „RZ Mittelrhein-Marathon“ mussten am Ende restlos enttäuscht gewesen sein. Die Schafskälte hatte den Großraum Koblenz just am Tage des sportlichen Großereignisses fest im Griff, und Petrus tat sein Übriges, dass sich viele potentielle Zuschauer erst gar nicht auf den Weg ins Obere Mittelrheintal machten. Es regnete den ganzen Tag über in Strömen, erst gegen Abend schlossen sich die Himmelsschleusen. Zumindest am Fuße des Kaisers hatten sich einige hundert Getreue versammelt, um die Sportlerinnen und Sportler mit freundlichem Applaus und gebührendem Respekt zu empfangen.


Strahlende Sieger über die Halbmarathon Distanz: Tim Meyer (r.) Izumi Oka (2.v.r) und  Judith Olinger (2. bei den Frauen) vom Post-Sport Telekom-Trier mit SBR-Präsident Fred Pretz.
Dabei ist der RZ Mittelrhein-Marathon von sportlicher Seite durchaus als ein Erfolg zu bewerten. Ein Weltklassefeld bei den Skatern und viele persönliche Bestleistungen auf der Marathon-Distanz (20 Athleten blieben unter der Drei-Stunden-Marke) machten das Sportereignis für viele so wertvoll. Einer machte besonders von sich Reden: Tim Meyer aus Daaden lief beim Halbmarathon in 1:08,39 Sekunden einen neuen Streckenrekord, auf der gleichen Distanz konnte Izumi Oka zum dritten Mal in Folge als Siegerin bei den Frauen das Ziel passieren. Dabei wurden Izumi Oka und Tim Meyer nach ihrem Zieleinlauf noch auf eine Geduldsprobe gestellt. Musste der Halbmarathon doch in zwei Gruppen gestartet werden. Grund war der Ausfall eines ganzen Zuges, der die Sportler zum Start bringen sollte. Diese Halbmarathonis machten sich rund eine Stunde verspätet auf die Strecke. Die Folge:  Zwischen Boppard und Spay vermischten sich langsame Halbmarathon-Läufer mit den schnellen Marathon-Läufern. Eine Zustand, der bis ins Ziel Bestand hatte. Zum Schluss waren alle am Deutschen Eck vereint.

Dabei waren es die späten Abendstunden, die erahnen ließen, welch unvergleichliches Flair die künftigen Mittelrhein-Marathons auszeichnen könnte. Die letzten Kilometer entlang des Rheins bis zum Kaiser waren mit Fackeln illuminiert, über dem Strom erstrahlten die alten Gemäuer der Festung Ehrenbreistein  - das Welterbetal ließ grüßen.

So will der Vorsitzende des Marathon-Vereins, Hans-Dieter Gassen, an dem Dämmerlauf-Konzept festhalten. „Rund 20 Prozent mehr Anmeldungen als im Jahr zuvor sind der Beleg dafür, dass wir mit dem Abendlauf richtig liegen“, sagt Gassen. Auch der Präsident des Sportbundes Rheinland, Fred Pretz, der die Siegerehrung über den Halbmarathon-Lauf vornahm, macht den Organisatoren für die nächste Veranstaltung Mut: „Wenn die Rahmenbedingungen nicht so widrig gewesen wären, wäre schon dieser Mittelrhein-Marathon ein ganz großer Renner geworden.“

Alle Ergebnisse zum RZ-Mittelrhein-Marathon unter www.mittelrhein-marathon.de

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