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04.01.2010



Lotto-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Rüdiger Messal im Interview
„Das Glücksspiel muss staatlich bleiben“

Koblenz. 2009 war ein bewegtes Jahr – auch für Lotto Rheinland-Pfalz. Im Interview zieht Finanz-Staatsekretär Dr. Rüdiger Messal in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender von Lotto Rheinland-Pfalz ein Fazit und blickt gleichzeitig auch nach vorne.

Wie würden Sie das abgelaufene Jahr 2009 aus Sicht von Lotto Rheinland-Pfalz beschreiben?

Dr. Rüdiger Messal: Es war das zweite Jahr im Staatsvertrag und es war geprägt von einer insgesamt schwierigen Balance zwischen der Wahrung der unverzichtbaren Rahmenbedingungen des Vertrages auf der einen Seite und einer Marktsituation mit einer Vielzahl illegaler Anbieter vor allem im Bereich der Sportwetten, die es eigentlich nicht mehr geben dürfte. In diesem Rahmen haben die Mitarbeiter von Lotto Rheinland-Pfalz auf allen Ebenen, in den Annahmestellen und Bezirken und in der Koblenzer Zentrale eine großartige Arbeit geleistet.

Hat sich der Glücksspielstaatsvertrag bewährt?

Dr. Messal: Er ist wichtig, weil er eine Option nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 28. März 2006 war, die von den Ländern ergriffen wurde. Die andere Option wäre eine Marktöffnung gewesen, die in dieser Zeit weder für das Gemeinwohl noch für die Kunden gut sein kann. Auf der anderen Seite hat der Staatsvertrag aber auch nicht alle Erwartungen erfüllt. Er hat den Lottogesellschaften kein Monopol gegeben und Entscheidungen wie der Verzicht auf das Internet oder die gravierenden Beschränkungen im Bereich der Werbung müssen in der Überprüfung des Staatsvertrages auch neu bedacht werden. Andererseits ist es wichtig, dass das Angebot von Glücksspiel die Menschen nicht süchtig machen darf und dass der Jugendschutz und die Verhinderung von Begleitkriminalität einen unverzichtbar hohen Stellenwert haben. Gerade der neue Skandal im Bereich der Sportwetten zeigt doch, wie wichtig staatlich konzessionierte und kontrollierte Angebote sind.

Was wird das kommende Jahr für die Lotto-Kunden an Neuerungen bringen?

Dr. Messal: Wir wollen mit BINGO ein neues Produkt einführen und uns im Bereich der Rubbellose immer wieder etwas Neues einfallen lassen. Wir feiern „40 Jahre GlücksSpirale“ und das ist wahrlich ein Grund zur Freude, weil diese Soziallotterie von Lotto unglaublich viel geholfen hat im Sport, bei den Wohlfahrtsverbänden, der Denkmalpflege, im Umweltschutz und in der Musikkultur. Ich hoffe auch, dass wir bei den Sportwetten alle Illegalen endlich aus dem Markt bekommen. Und schließlich muss im Umfeld von Lotto auch etwas passieren. Die Kunden können sich auf Annahmestellen freuen, die auf die Kundschaft stolz sind. Lotto wird auch 2010 dem Gemeinwohl und nicht dem Privatnutz dienen. Das ist genau das, was uns von allen anderen unterscheidet, die im Glücksspielbereich nur ihren persönlichen Nutzen sehen.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht die Situation auf dem Glücksspielmarkt in den kommenden Jahren weiter entwickeln?

Dr. Messal: Wir diskutieren einen neuen Glücksspielstaatsvertrag, der am 1. Januar 2012 den alten ablösen soll. Es gibt zu ihm keine Alternative. Aber er muss anders aussehen. Er muss den 16 deutschen Lottogesellschaften ein Monopol sichern und die Illegalität bekämpfen. Es muss wieder möglich sein, auch im Internet ein seriöses Angebot zu machen.

Der Glücksspielmarkt muss in staatlicher Hand bleiben, nicht allein aus dem Grunde, damit Steuern und Abgaben an die Länder gehen, die es für das Gemeinwohl einsetzen. Es geht auch und vor allem um Sicherheit, Seriosität und Solidität. Es gibt eben Lebensbereiche, die man nicht unkontrolliert dem freien Markt überlassen darf. Das Glücksspiel gehört dazu.

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