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02.11.2009 "Wer nichts tut, macht mit" - Eine Kampagne für mehr Zivilcourage Deutscher Förderpreis Kriminalprävention 2009 für landesweites Projekt in Rheinland-Pfalz
Staatssekretär Roger Lewentz vom rheinland-pfälzischen Innenministerium, der den „Preis für Nachhaltigkeit“ stellvertretend für alle Kooperationspartner entgegennahm, ist stolz – vor allem auf seine Mitbürgerinnen und Mitbürger im Land. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, weil damit das Engagement der Bürgerinnen und Bürger für ein gutes Miteinander in unserem Bundesland gewürdigt wird. Gewaltprävention ist ein Anliegen von uns allen. Der Preis ist auch Antrieb für uns, unseren Weg in Rheinland-Pfalz weiter zu gehen“, unterstrich der Staatssekretär. „Wenn ein ganzes Bundesland Zivilcourage einfordert und unterstützt, zeigt das, dass Staat und Gesellschaft über das gleiche Thema sprechen“ würdigte auch Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung in seiner Laudatio das Engagement der Rheinland-Pfälzer. „Unser Dank gebührt denen, die sich etwas trauen, die sich einmischen und nicht wegsehen, in Mainz und anderswo.“ Das
landesweite Projekt „Wer nichts tut, macht mit“ der Rheinland-Pfälzer
geht zurück auf eine Kampagne der Polizei und des Polizeivereins Hamburg.
Grundlage war ein Konzept, dass die Hamburger Werbeagentur "Springer
& Jacobi" entwickelt hatte. Die
Leitstelle „Kriminalprävention“ im rheinland-pfälzischen
Innenministerium hatte im Auftrag des damaligen Ministers Walter Zuber die
Kampagne, die für mehr Zivilcourage in der Gesellschaft wirbt, mit der
Polizei, dem Bundesgrenzschutz (jetzt Bundespolizei) und dem Weissen Ring in
Rheinland-Pfalz umgesetzt. Startschuss des Projektes, das der Kultur des
Wegschauens etwas entgegensetzen soll,
war im Jahr 2000. Neu war dabei vor allem, dass die Polizei in
Rheinland-Pfalz bei Veranstaltungen und ohne sichtbaren Anlass auf Bürger
zuging und Infomaterial über das Thema „Zivilcourage“ verteilte.
Zielsetzung war von Anfang an,
jede Bürgerin und jeden Bürger zu informieren, was jemand selbst tun kann,
wenn er Zeuge eines Notfalls oder einer Straftat wird. Mit Informationsständen,
durch Verteilen von Scheckkarten mit dem Motto der Kampagne, kam die Polizei
ins Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern über Themen wie „Zivilcourage
und Innere Sicherheit“, auf der Straße, in Bussen und Bahnen. Besonders
positiv wirkt sich die Vielfalt der Umsetzungsmöglichkeiten zu dem Thema
Zivilcourage aus. Damit werden unterschiedlichste Zielgruppen durch gezielt
zugeschnittene Projektmaßnahmen erreicht; der Kreativität sind dabei keine
Grenzen gesetzt. Etwa
900 Angehörige der Polizei, des Bundesgrenzschutzes sowie der kriminalpräventiven
Gremien, die eigens an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung auf
diese Aufgabe vorbereitet wurden, halfen – genauso wie zahlreiche
Kooperationspartner – dabei mit, die landesweite Kampagne mit Erfolg
umzusetzen. Die rheinland-pfälzische Initiative passt mit ihren Zielvorstellungen gut in die Reihe der diesjährigen Preisträger. „In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt eindeutig bei Integrationsprojekten, welche erfolgreich Menschen aus dem Abseits zurück in die Gesellschaft holen oder schon im Kindesalter deren Abdriften verhindern“, sagte Klaus Stüllenberg, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kriminalprävention in Münster. |