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20.05.2009 Fakten, Fakten, Fakten ….. … wie ein Kennzahlensystem helfen kann, einen Sportverein erfolgreich zu führen Die Situation dürfte jedem Vorstandsmitglied wohl bekannt sein: Die Vorstandssitzung dauert mal wieder bis spät in die Nacht. Zum Teil zähe aber auch emotionsgeladene Diskussionen über die künftige Ausrichtung des Vereins, über die finanzielle Situation, über Ärger und Mitgliederaustritte in einzelnen Abteilungen. Die Liste der Themen könnte fortgeführt werden - am Ende bleibt ein Gefühl der Ratlosigkeit, es wurden keine konkreten Ergebnisse erarbeitet und Ziele formuliert – wieder einmal. „Das muss nicht so sein“, ist sich Professor Lutz Thieme von der Fachhochschule Remagen sicher. „Oft fehlt es einfach nur an fundierten Informationen, Zahlen und Fakten über den Ist-Zustand des Vereins, damit konkrete Beschlüsse gefasst werden können “, sagt Thieme, der an diesem Abend zum Thema „RWE-Kennzahlensystem für breitensportorientierte Großsportvereine“ referiert. Geladen hatte die Management-Akademie des Sportbundes Rheinland zum „Stammtisch für Großvereine“. Rund 40 Interessierte waren gekommen, um den Ausführungen von Thieme zu lauschen. Was heute Bestandteil operativer und strategischer Unternehmenssteuerung in vielen Branchen ist, steckt bei Sportvereinen – vor allem mittlerer und kleiner Größe – noch in den Kinderschuhen. Um Visionen und Strategien über die Ausrichtung eines Unternehmens zu entwickeln, muss es Kontrollsysteme geben, um zum Beispiel konkrete Aussagen zur Finanz- und Kundenperspektive eines Unternehmens zu entwickeln. Auf den Sportverein übertragen: Ein Controlling hilft, die Entwicklung eines Vereins zu steuern, die Balance zwischen den Abteilungen zu wahren und eine Standortbestimmung im Vergleich mit anderen Vereinen vorzunehmen. Mit dem RWE-Kennzahlensystem hat die Fachhochschule Remgagen ein einfaches und für Sportvereine kostenloses Controllingsystem entwickelt, das bereits an 50 Großvereinen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erprobt wurde. Zahlen aus der Mitgliederstatistik, Daten der einzelnen Abteilungen über Mitgliederbeiträge, Sportangebote, Angaben über genutzten Sportflächen mit Belegungszeiten – um nur einige zu nennen - wurden zusammengetragen und in dieses Kennzahlensystem übertragen. „Oft ist es der Vergleich der Zahlen über die Jahre hinweg, die zu erstaunlichen Einsichten über den momentanen Zustand des Vereins, der einzelnen Abteilungen untereinander aber auch im Vergleich zu anderen Vereinen in der Region führen“, sagt Professor Thieme, der konkrete Fallbeispiele beim SBR-Stammtisch für Großvereine vorstellte. Die Stammtisch-Gäste zeigten sich sehr aufgeschlossen, waren zum Teil aber auch nachdenklich gestimmt. Zweifel an der Praktikabilität und am Zeitaufwand konnte Thieme schnell zerstreuen. „Viele Daten, wie die Mitgliederstatistik und die Beitragsstatistik, liegen in den Vereinen bereits vor, sie müssen halt nur in das Online-System übertragen werden. Der Erhebungsaufwand beträgt in der Regel nicht mehr als acht Stunden pro Jahr.“ Dabei empfahl der Referent, sich zunächst nur auf die Ermittlung von ein oder zwei Kennzahlen zu beschränken, damit Erfahrungen zu sammeln und dann die Erhebung weiter auszubauen.“ „Genügend Stoff, um weitere Unterstammtische zu diesem Stammtisch durchzuführen“, sagte die Leiterin der SBR Management-Akademie, Barbara Berg, nach der sehr gelungenen Veranstaltung. So werden all diejenigen Vereine, die sich am RWE-Kennzahlensystem für Sportvereine beteiligen wollen, zu weiteren Treffen von der SBR Management-Akademie eingeladen. Nach Ansicht von SBR-Geschäftsführer Martin Weinitschke ist die Kennzahlen-Thematik wieder einmal eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Erkenntnisse aus der Wirtschaft für den Sport transparent und nutzbar gemacht werden können. So verlangten Großvereine Führungsinstrumentarien vergleichbar mit denen mittelständischer Unternehmen. Informationen und Zugang zu dem RWE-Kennzahlensystem für Sportvereine gibt’s unter www.rheinahrcampus/kennzahlen.de Fragen beantwortet Barbara Berg unter der Telefonnummer 0261/135-145, E-Mail: barbara.berg@sportbund-rheinland.de
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