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03.12.2010


3. Familiensporttag des Sportbund Rheinland - Die Zeit ist reif für den Familiensport

Vater, Mutter, Sohn, Tochter und schließlich noch Opa und Oma: Welcher Sportverein möchte sie nicht in seinen Reihen wissen? Mit attraktiven Familientarifen sollen Jung und Alt gleichermaßen an den Verein gebunden werden. Wie sollte sich aber ein Sportverein im 21. Jahrhundert positionieren, damit dies tatsächlich gelingt? Mit dieser Frage beschäftigte sich der dritte Familiensporttag des Sportbundes Rheinland und der Sportjugend Rheinland, zu dem Sportbund-Rheinland-Vizepräsidentin Monika Sauer und der Vorsitzende der Sportjugend Rheinland, Rolf Müller, rund 120 Teilnehmer aller Altersstufen begrüßen konnten.


Hauptreferent des Tages war Professor Dr. Manfred Wegner (Uni Kiel), der in einer Projektgruppe des Deutschen Olympischen Sportbundes an der Marke „Familienfreundlicher Sportverein“ mitarbeitet. „Sind die Sportvereine reif genug für den Familiensport?“, fragte Wegner eingangs seiner Ausführungen und stellte klar, dass für einen Einspartenverein das Prädikat „familienfreundlich“ schwer zu erreichen sei. Besonders die Väter und Mütter müssten durch attraktive Bewegungsangebote angesprochen werden. „Mütter haben in der Regel mehr Zeit, um Sport mit ihren Kindern zu treiben, Väter fördern früh die Motorik und haben starken Einfluss auf das spätere Sportengagement des Nachwuchses.“ Zudem befinde sich die Gesellschaft auch hinsichtlich des Sporttreibens in einem „Wertewandel“ - hin zu einer „Spaß- und Erlebnisgesellschaft“. In diesem Spannungsfeld müssten die Sportvereine ihre Angebote für Familien platzieren und ihre Attraktivität auf einem sehr ausdifferenzierten Sportmarkt unter Beweis stellen.

Der Sportwissenschaftler stellte ausgewählte Initiativen zum Familiensport aus Vereinen und Verbänden vor und attestierte dem Sportbund Rheinland, in der Ausgestaltung seines Familiensport-Konzeptes mit führend zu sein. Für die Initiative „Familie und Sport“ müssten Sportorganisationen und Vereine sowie Politik und Gesellschaft noch mehr sensibilisiert werden. „Freizeitangebote müssen in die Vereine integriert, passive Mitglieder durch gezielte Angebote einbezogen und ganze Familien mit Schnupperangeboten gelockt werden“, forderte Wegner. Allgemein gelte es, „Bewegungsräume für die Familie“ zu gestalten. Abschließend sagte Wegner: „Der Familiensportverein macht die Familie zum Mittelpunkt der Vereinsarbeit.“  

Im Anschluss an den Vortrag forderte SBR-Vizepräsidentin Monika Sauer vom Deutschen Olympischen Sportbund, Vorgaben für die Verleihung des Prädikates „Familienfreundlicher Sportverein“ zu machen. „Die Zeit dazu ist mehr als reif, denn das ist schon seit dem Jahr 2000 beim DOSB in Arbeit. Sollte das 2011 nicht umgesetzt werden, gehen wir beim Sportbund Rheinland unsere eigenen Wege“, sagte Sauer vor den Teilnehmern des SBR-Familiensporttages.  

Diese hatten anschließend die Möglichkeit, in verschiedenen Workshops Ideen für Familiensportangebote zu sammeln. Frank Nispel präsentierte Aquafitness – Spiele für die ganze Familie im Wasser, Edwin Scheid und Kay Fürstenau gaben nützliche Tipps über den Aufbau eines Spielfestes – angefangen von der Animation der Teilnehmer über die Auswahl der Spiele bis hin zur Dekoration. Schwerpunktsportart des SBR-Familiensporttages war in diesem Jahre  Tischtennis. Ein idealer Sport für Jung und Alt, wie Stefan Elsen an vielen Beispielen erleben ließ.  

Schließlich hieß es „Bühne frei“ für das große Familiensportfest. Die Sporthalle war in eine große Bewegungslandschaft verwandelt - Freude, Spaß, Bewegung und Sport für Jung und Alt auf jedem Quadratmeter.

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