Sie befinden sich hier: Aktuell / Telegramm / 1. Sportstätten-Fachtagung brachte interessante Erkenntnisse



02.12.2010

„Ein Alarmzeichen für die Politik“

1. Sportstätten-Fachtagung des Sportbundes Rheinland brachte interessante Erkenntnisse

Das Thema Bau- und Unterhaltung von Sportstätten brennt den Vereinen des Sportbundes Rheinland auf den Nägeln. So liegen der SBR-Geschäftsstelle für 2011 bereits mehr als 100 Anträge mit einem Zuschussvolumen von insgesamt 1,5 Millionen Euro vor. Im laufenden Jahr 2010 wurden Gelder in Höhe von 860.000 Euro bewilligt. Damit ist das maximale Fördervolumen erreicht. Daher ist damit zu rechnen, dass in 2011 fast jeder zweite Antrag nicht bewilligt werden kann. Diese Zahlen präsentierte SBR-Vizepräsident Walter Desch zu Beginn der 1. Sportstätten-Fachtagung des Sportbundes Rheinland. Rund 120 Vertreter aus den SBR-Vereinen waren gekommen, um sich mit Informationen rund um das Thema zu versorgen.

Professor Dr. Lutz Thieme von der FH Remagen beleuchtete im Hauptvortrag die Sportstättensituation und -entwicklung in Rheinland-Pfalz. Nach Angaben von Thieme betreiben 46,2 Prozent aller Sportvereine im Land eine eigene Sportanlage. Damit nimmt Rheinland-Pfalz im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (42,3 Prozent) eine Spitzenstellung ein. Die Tendenz bei den rheinland-pfälzischen Sportvereinen zur eigenen Sportanlage sei weiterhin steigend, und der Sanierungsbedarf der Sportanlagen sei gegenüber den übrigen Bundesländern „leicht überdurchschnittlich“. Nach Angaben von Thieme förderte das Land in 2002 den Bau von Sport-, Spiel und  Freizeitanlagen der Kommunen und Sportvereine noch mit 14,1 Millionen Euro. In den Jahren 2008 und 2009 seien hingegen nur noch Mittel in Höhe von jeweils 11,5 Millionen Euro bewilligt worden. Der Gesamthaushalt des Landes sei dagegen von 2002 bis 2009 um 14.5 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung müsse, so Thieme, für die Politik „ein Alarmzeichen“ sein.

Ein weiteres Problemfeld stelle für die Vereine die zeitliche Verfügbarkeit von Sportstätten dar. Immer mehr Sportvereine sähen dies als ein „existenzbedrohendes Problem“ an. Hier sei ein direkter Zusammenhang mit der Schaffung von Ganztagsschulen zu vermuten.

Bei der Fachtagung ging es anschließend in acht Workshops im Wesentlichen um die Finanzierung, Unterhaltung und um die energetische Sanierung von Sportstätten. Wie sieht ein solides Finanzierungskonzept aus? Mit welchen Zuschüssen kann ich rechnen? Wo müssen diese beantragt werden? Wie können die Betriebskosten im Rahmen eines Öko-Checks gesenkt werden? Nur einige Fragen, die umfassend in den Workshops beantwortet wurden. Aber auch unkonventionelle Finanzierungsideen wurden präsentiert. So stellte die Rudergesellschaft Neuwied ein Modell der Inhaberschuldverschreibung vor, und der TuS Dahlheim zeigte, wie er einen Kunstrasenplatz über dessen quadratmeterweisen Verkauf finanzierte. Schließlich beeindruckte auch der MTV Bad Kreuznach mit seinem Planungskonzept für den Bau einer eigenen Sportanlage.

Nach Ansicht vieler Teilnehmer war die 1. Sportstätten-Fachtagung des Sportbundes Rheinland ein voller Erfolg. „Die überaus positive Resonanz  bestärkt uns darin, das Thema Sportstätten weiter mit Nachdruck zu verfolgen“, so der Präsident des Sportbundes Rheinland, Fred Pretz.

zurück