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23.05.2011

Immer mehr Sportvereine in Finanznot

Zuschüsse fließen nicht wie gewohnt, die Spendeneinnahmen sinken, Sponsoren ziehen sich zurück oder zeigen sich zurückhaltend: Die Finanzierung des Sportes wird für die Vereine zunehmend zu einem existentiellen Problem. Zu dieser Erkenntnis kommt der Verfasser des Sportentwicklungsberichtes, Professor Dr. Christoph Breuer, von der Sporthochschule Köln. Der Sportwissenschaftler stellte in einem SBR-Special für Vereinsmanager und Fachverbandsvertreter die Ergebnisse des aktuellen Sportentwicklungsberichtes bezogen auf Rheinland-Pfalz vor, und richtete dabei besonders den Fokus auf die Finanzierung der Vereinsarbeit. So lautete denn auch der Titel des Specials „Das liebe Geld – zukunftsfähige Finanzierungskonzepte“.

 


Der Verfasser des Sportentwicklungsberichtes, Professor Dr. Christoph Breuer, referierte beim SBR.

Nach Aussage von Breuer sind zwar immer noch Personalsorgen bei den Sportvereinen am stärksten ausgeprägt, die Finanzprobleme nähmen jedoch immer mehr zu. „Heute haben bereits 40 Prozent aller Sportvereine auf die eine oder andere Weise Finanzierungsprobleme“, sagte Breuer im Koblenzer Haus des Sportes vor rund 60 Zuhörern. Angesichts dieser Situation forderte der Referent ein „qualifiziertes Ehrenamt“, das in der Lage sei, „kreative Finanzierungsstrategien“ zu entwickeln und dies möglichst ohne Handlungsdruck, also bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Breuer machte den Vereins- und Fachverbandsvertretern vor allem  Mut. Denn Sportvereine verfügten an sich über vielfältige Einnahmequellen. Dadurch könnten sie wesentlich flexibler als andere Unternehmensformen auf Veränderungen reagieren. So würden oft sinkende Einnahmen durch Erlöse aus geselligen  Veranstaltungen kompensiert.  Nicht zuletzt stelle auch die Anpassung des Mitgliedsbeitrages eine Strategie zur Sicherung der Finanzlage dar, sagte Breuer. „Der organisierte Sport sollte sich seiner Stärke bewusst sein. Die Sportvereine verkaufen sich oft unter Wert“, sagte Breuer.

Bei der anschließenden sehr  lebhaften Diskussion äußerte sich SBR-Geschäftsführer Martin Weinitschke sehr besorgt über die Finanzausstattung des Sports, insbesondere dann, wenn die  öffentlichen Zuschüsse weniger werden. „Die Solidarität im Innern aber auch gegenüber anderen gesellschaftlichen Gruppierungen wird über kurz oder lang Schaden nehmen“, ist Weinitschke überzeugt.

 

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