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29.08.2008 Fitte Kinder braucht das Land Das dritte Sportwissenschaftliche Forum des Sportbundes Rheinland beschäftigte sich mit einem gesellschaftlichen Problem – Engagierte Diskussion nach Fachvorträgen von Professor Dr. Klaus Bös und Dr. Harald Schmid. Gesunde Kinder sind der Grundstein für eine gesunde Gesellschaft. Dies wurde einmal mehr beim dritten Sportwissenschaftlichen Forum des Sportbundes Rheinland in Kooperation mit der Sportjugend Rheinland deutlich. Zu dem Thema „Kinder in Bewegung – Energien nutzen“ ließen sich rund 300 Zuhörer in den großen Lehrsaal der Uni Koblenz locken. „Eine überwältigende Resonanz“, wie SBR-Vizepräsident
Günter Beg, verantwortlich für Aus- und Fortbildung, bei seiner Begrüßung
feststellte. Dabei konnte Berg gemeinsam mit Sportjugend-Vorsitzender Rolf Müller
zwei Referenten begrüßen, die als ausgewiesene Experten auf ihrem
jeweiligen Gebiet gelten: Professor Dr. Klaus Bös (Universität Karlsruhe)
sprach zu dem Thema „Bewegung im Kindesalter – Prävention für ein
ganzes Leben“, und der
ehemalige Spitzenleichtathlet Dr. Harald Schmid präsentierte sich als
Botschafter der bundesweiten Initiative „Kinder stark machen“. Er warb
war für eine „Leben ohne Drogen im Sportverein.“ |
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![]() Professor Dr. Klaus Bös: Klaus Kinder brauchen Bewegung, damit sich ihre Potentiale voll entfalten können. |
Alarmierende Zahlen Die Situationsbeschreibung von Klaus Bös klingt alarmierend: „Der Gesundheitszustand der Jugend ist katastrophal. Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen ist zunehmend bewegungspassiv. Die Kinderfitness nimmt ab.“ Aussagen, die der Sportwissenschaftler zum Teil mit eigenen Studien untermauerte. So erreichen mittlerweile 43 Prozent der Kinder und Jugendlichen beim Rumpfbeugen nicht das Fußsohleniveau, 35 Prozent können nicht zwei oder mehr Schritte rückwärts balancieren. Kinder und Jugendliche haben sich von 1967 bis 2006 im Standweitsprung um circa 14 Prozent verschlechtert. Gleichzeitig führte Bös aber auch Untersuchungen durch, die Lichtblicke erkennen lassen – vorausgesetzt, es werden die richtigen Schlussfolgerungen daraus gezogen. So hat der Wissenschaftler in einem vierjährigen Modellversuch die Effekte einer täglichen Sportstunde untersucht. Das Ergebnis: Im Vergleich zur Kontrollschule haben sich die Schüler der Modellschule nicht nur in ihrer Motorik und Fitness verbessert. „Sportliche Schüler sind selbstbewusster, können sich besser konzentrieren und haben eine höhere Lernbereitschaft“, so das Fazit von Bös. |
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Stiefkind Sportunterricht Was Bös mit Hilfe der Wissenschaft erklärte, davon
ist Harald Schmid aus eigener Erfahrung und Anschauung überzeugt: Sport
macht Kinder stark - und dies
geschieht am besten im Sportverein. „Dazu bedarf es aber allerdings auch
starker Übungsleiter und starker Trainer“, sagte Schmid lächelnd ins
Auditorium. Der Referent erinnerte immer wieder an die „Vorbildfunktion“
von Übungsleitern und Trainern im Sportverein. Auch Schmid konnte seine eindringlichen Appelle mit Zahlen untermauern. „Die wöchentliche Alkoholaufnahme der 12- bis 15-Jährigen stieg von 14,1 Gramm reinem Alkohol in 2001 auf 20,9 Gramm in 2004. Das ist ein Zuwachs von 48 Prozent in drei Jahren in einer Altersgruppe, an die nach dem Jugendschutzgesetz noch kein Alkohol ausgegeben werden darf.“ Fakten, die auch in Sportkreisen aufrüttelnd wirken. So sind nach Aussage von Schmid immer mehr Fachverbände an einer Zusammenarbeit mit dem „Kinder stark machen-Team“ interessiert. Sie wollen die Suchtprävention in ihr Aus- und Fortbildungsprogramm von Übungsleitern und Trainern einbeziehen. Zum Ende der vierstündigen Veranstaltung appellierte Günter
Berg an alle Anwesenden, sich mit ihren Anregungen und Themenvorschlägen in
die weitere Gestaltung des Sportwissenschaftlichen
Forums einzubringen – damit dessen Erfolgsgeschichte fortgeschrieben
werden kann. Weitere Broschüren und Faltblätter zum Thema
Alkoholprävention finden Sie unter Informationen zu „Kinder stark machen“ unter
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