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14.10.2008


Doppel-Pass“ soll „Frau“ in Führungspositionen bringen

Sportbund Rheinland startet ein 15monatiges Qualifizierungsprogramm – SBR-Präsidiumsmitglied Claudia Altwasser erläutert im Interview die Ziele und Inhalte

Die Zahlen sind ernüchternd: Wenn man sich die Vorstandsriegen in Sportvereinen vor Augen führt, sucht man nach „Frau“ an der Spitze oft vergeblich. Woran liegt´s, dass nur 8 Prozent der Vorstände von Frauen geführt werden? Wie kann man erklären, dass lediglich drei von 56 Fachverbänden im SBR-Land eine Frau vorsteht? Der Sportbund Rheinland will dieses Missverhältnis nicht als naturgegeben hinnehmen. Er will mit einem vielschichtigen Qualifizierungsprogramm dazu beitragen, dass besonders jungen Frauen Mut gemacht wird, Verantwortung im Sportverein zu übernehmen. Das jüngste Kind in diesem Ausbildungskanon heißt „Doppel-Pass - Ein Mentoring-Programm für junge Frauen im Sportbund Rheinland“. Wir unterhielten uns mit Claudia Altwasser, SBR-Präsidiumsmitglied für „Frau im Sport“, über die Ziele und Inhalte dieser Ausbildung.

Frau Altwasser, wie ist Doppel-Pass entstanden?
Man muss dieses Mentoring-Programm im Gesamtausbildungskanon des Sportbundes Rheinland sehen. Die SBR Management-Akademie führt bereits seit zwei Jahren „Aktiv – ein Führungstraining für Frauen“ durch. Im vergangenen Jahr haben wir die Tagung „Women and Sport“ veranstaltet. Und aus dieser Klientel wurde mehrfach der Wunsch herangetragen, diese Ausbildungsinhalte zu erweitern, zu vertiefen und vor allem an die Praxis anzubinden.

Was bedeutet nun Doppel-Pass konkret?
Nun, hier sollen junge engagierte Frauen aus Sportvereinen mit erfahrenen Frauen oder auch Männern, die bereits Führungspositionen innehaben, zusammengeführt werden. Die Mentee wird von der Mentorin oder dem Mentor - um es bildlich auszudrücken - „an die Hand genommen“ und während der Ausbildung, die sich über 15 Monate erstreckt, mit Rat und Tat begleitet.

Welche Ausbildungsinhalte erwartet eine Mentee?
Die Lerninhalte für die Mentee haben wir in fünf Bereiche untergliedert: Organisationsstrukturen des Sports, Kommunikation und Rhetorik, Öffentlichkeitsarbeit und Selbstmanagement. Hier bietet unsere SBR Mangement-Akademie zahlreiche Seminare an. Vier Seminare, die sich mit diesen Ausbildungsinhalten befassen, müssen verbindlich besucht werden. Außerdem verpflichten sich Mentorin und Mentee, gemeinsam Vorstandssitzungen, Mitgliederversammlungen und öffentliche Termine des organisierten Sportes zu besuchen. Dabei kommt der Mentorin eine hohe Verantwortung zu. Sie soll nicht nur ihre Mentee mitnehmen, sondern sie an ihren eigenen Kontakten partizipieren lassen und mit wichtigen Entscheidungsträgern im Sport in Verbindung bringen. Hinzu kommen noch Gruppentreffen zum Erfahrungsaustausch.

Wer ist für die Teilnahme an Doppel-Pass geeignet?
Wie Sie meinen grob skizzierten Ausführungen zu den Ausbildungsinhalten entnehmen können, erwarten wir sowohl von der Mentee als auch von der Mentorin ein Höchstmaß an Motivation, die 15 Monate im Tandem erfolgreich zu absolvieren. Die Mentorin sollte dabei natürlich eine Führungsposition im Sport innehaben und die Mentee sollte vor allem den Willen mitbringen, erfolgreich zu sein und den Mut haben, Fehler zu machen.

Was ist, wenn die Chemie zwischen Mentorin und Mentee nicht stimmt?
Dieses Risiko wollen wir natürlich minimieren. Deshalb haben wir für alle Interessenten zunächst einmal ein Kennenlern-Treffen am 31. Oktober geplant, bei dem das Projekt in allen Details vorgestellt wird. Sollte danach weiterhin Interesse bestehen, können sich Mentee und Mentorin für das Projekt bewerben. Erst nach dem Kennenlern-Treffen und einer erfolgreichen Bewerbung werden die Tandems zusammengestellt.

Das Gespräch führte Wolfgang Höfer

Mehr zu "DOPPEL-PASS" finden Sie in der Rubrik Bildung


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