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13.10.2008




Vereine brauchen modernes Management

Mit dem Vereinscheck werden Sportvereine fit gemacht

Die Sportvereine müssen sich fit machen für die Herausforderungen der Zukunft. Demografischer Wandel, veränderte Freizeit-, Konsum- und Lebensgewohnheiten, die steigende Zahl kommerzieller und nicht-kommerzieller Anbieter - Gründe gibt es genug.


Der Sportbund Rheinland (SBR) bietet über seine Management-Akademie den so genannten „Vereinscheck“ an, bei dem sich die Vorstände in Klausuren gezielt ihren strukturellen und organisatorischen Problemen widmen können. „Die Vereine kommen gar nicht umhin, sich Fragen der Vereinsführung, Verwaltung, Finanzierung, Angebotsgestaltung oder der Mitgliedergewinnung und deren Einbindung zu stellen“, sagt Barbara Berg, Abteilungsleiterin der SBR Management-Akademie. Gemeinsam mit Hans-Werner Rörig, dem Jugendwart des Sportkreises Westerwald, und Helmut Boller, Leiter Vertrieb und Markt der Westerwald Bank, die den Vereinscheck für die Sportvereine im Westerwald unterstützt, resümierte sie die Erfahrungen der ersten Klausuren. „Der Vorteil des Vereinschecks ist die Moderation durch einen externen Referenten. Außerdem finden die Vorstandsklausuren abseits der Vorstandssitzungen und damit weit weg vom Tagesgeschäft des Vereins statt. Dabei kann man gezielt an einem bestimmten Problem arbeiten und Ziele definieren“, erläuterte Barbara Berg.

Wichtig sei, so die Runde, dass man den Vereinen nicht mit erhobenen Zeigefinger gegenüber trete, sondern mit ihnen gemeinsam den Ist-Zustand bewerte und dann Handlungsmöglichkeiten erarbeite, um umsetzbare und wirkungsvolle Konzepte aus den Workshops mitnehmen zu können. Zudem müssten diese Handlungskonzepte dann auch im Verein umgesetzt werden. Modernes Management und Flexibilität im sportlichen Angebot seien zwei der wichtigsten Bedingungen für eine erfolgreiche Vereinszukunft. „Einem Verein vorzustehen bedeutet ja, dass man ein kleines Unternehmen führt. Und dazu bedarf es nun mal bestimmter Grundlagen, die hier vom SBR qualifiziert vermittelt werden“, unterstrich Helmut Boller. Damit würden tatsächlich Grundlagen für die zeitgemäße Vereinsführung gelegt. Deshalb trage die Bank die Kosten für die Klausuren und stelle Räumlichkeiten und bei Bedarf auch eigene Referenten, die aus ihrer Sicht Themen wie Vereinsfinanzierung beleuchten, aber bisweilen auch das Erscheinungsbild eines Vereins von außen objektiv beschreiben könnten.“

Hans-Werner Rörig verwies auf die Entwicklung der Sportvereine. Früher sei die Bindung an die Vereine aufgrund der örtlichen Gegebenheiten viel stärker gewesen. Der Verein gehörte zum Ort und da war man Mitglied. Heute müsse ein Sportverein neben dem sportlichen Angebot schon eine Menge auf die Beine stellen, um erfolgreich zu sein. Das gelte auch für den kulturellen und gesellschaftlichen Bereich. „Das geht gar nicht ohne Bildung und Qualifizierung für die Führungskräfte. Es gibt so viele Rechte, Pflichten und Notwendigkeiten, mit denen man sich auseinandersetzen muss, dass die Angebote des Sportbundes ständig ausgebucht sein müssten“, so Rörig, für den Sport und Weiterbildung untrennbar verbunden sind. Vorstände, die sich kontinuierlich weiterbildeten und zu Vereinsmanagern würden, hätten dadurch auch das Know-How, Chancen zu erkennen und umzusetzen. „Viele wissen ja zum Beispiel gar nicht, wie sie an Sponsoren rankommen“, so seine Erfahrung. Zudem müssten viele Vereine über eine Verschlankung ihrer Vorstände nachdenken und die Aufgaben effizient verteilen.

Nicht zuletzt sei es die wachsende Konkurrenz, die die Vereine veranlasse, die Weichen neu zu stellen, betonte Barbara Berg - und meinte damit nicht nur kommerzielle Anbieter, sondern auch die Möglichkeiten bei anderen Organisationen und Verbänden. Das alles lasse sich nicht im Vorbeigehen bewältigen, weshalb immer mehr Vereine auch von sich aus auf den Sportbund zukämen. Viele Vereine hätten derzeit zwar noch ordentliche Mitgliederzahlen, seien aber in absehbarer Zeit überaltert, so dass die Zukunftsfragen drängen, ergänzte Helmut Boller. „Deshalb ist es wichtig, dass sich die Handelnden um Fragen wie Sponsoringmöglichkeiten und Mitgliedergewinnung, interne und externe Kommunikation kümmern, Marktlücken suchen, vielleicht auch Partner ins Boot holen, mit denen sie vielleicht gemeinsam Neues anbieten und Mitglieder gewinnen können.“


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